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Er löst einen Großeinsatz aus, erkennt den Ernst der Lage scheinbar nicht. Ein 20-Jähriger hantiert auf einem Dach mit einem Luftgewehr - er soll Schießübungen gemacht haben. Die Frage, wer die Kosten für den Einsatz tragen soll, ist noch ungeklärt.
Er löst einen Großeinsatz aus, erkennt den Ernst der Lage scheinbar nicht. Ein 20-Jähriger hantiert auf einem Dach mit einem Luftgewehr - er soll Schießübungen gemacht haben. Die Frage, wer die Kosten für den Einsatz tragen soll, ist noch ungeklärt. © dpa
Großeinsatz in Stuttgart: Gesucht wurde ein Mann auf dem Dach eines Wohngebäudes, der mit einer Waffe hantiert haben soll. Er stellte sich den Beamten.
Großeinsatz in Stuttgart: Gesucht wurde ein Mann auf dem Dach eines Wohngebäudes, der mit einer Waffe hantiert haben soll. Er stellte sich den Beamten.
26.03.2015

Zielübungen mit Luftgewehr auf Dach - Mann unterschätzt Gefahr

Stuttgart. Ein 20-Jähriger hat in der Stuttgarter Innenstadt einen Sondereinsatz Hunderter Polizisten ausgelöst - der Mann wollte auf einem Hausdach mit einem Luftgewehr Zielübungen machen. Ermittler erwischten den Mann am Donnerstag am Charlottenplatz, nachdem er mit einer Waffe auf einem Gebäude gesehen wurde. Rund 250 Spezialkräfte rückten aus, Teile der Innenstadt waren gesperrt. Die Ermittlungen ergaben, dass der 20-Jährige wahrscheinlich schon früher auf dem Dach dort Schießübungen gemacht hatte. Die Polizei fand dort mehrere Projektile.

«Er hat auf die dort vorhandene Blechbeplankung geschossen und nicht weit genug gedacht», sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Ob der Mann aber auch am Donnerstag mit dem Luftdruckgewehr geschossen hatte, war unklar. Die Polizei ging aber zunächst von einer echten Bedrohung aus.

Die Kosten für den Großeinsatz dürften sich auf mehrere tausend Euro summieren, sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Ob dem 20-Jährigen die Kosten in Rechnung gestellt werden können, wird derzeit geprüft.

Die Beamten fanden bei dem mehrstündigen Einsatz auf dem Dach des vierstöckigen Gebäudes in der Innenstadt mehrere verformte sogenannte Diabolo-Geschosse. Das sind Projektile, die aus Luftgewehren oder Luftpistolen verschossen werden. Der junge Mann war am Donnerstag einer Frau aufgefallen, die sofort die Polizei alarmierte.

Das Luftgewehr besaß der Mann legal. Er wurde nach der Befragung durch die Polizei auch auf freien Fuß gesetzt. Dennoch wird gegen den 20-Jährigen, der bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Für das Luftgewehr ist laut Polizei keine Waffenbesitzkarte notwendig. Allerdings ist das Schießen mit einer solchen Waffe laut dem Waffengesetz nur im «befriedeten Besitztum» gestattet. Also in der Regel in einem privaten Bereich, von wo aus ein Geschoss nicht ins Freie gelangen und andere gefährden kann.

Der Großeinsatz hatte am Donnerstag um 15.30 Uhr begonnen. Das Wohngebäude wurde evakuiert, Spezialkräfte durchsuchten es. Anwohner waren zunächst gebeten worden, sich von dem Gebiet fernzuhalten, weil die Situation lange unklar war. Gegen 18.00 Uhr gab es Entwarnung.

Auch ein Hubschrauber war zwei Stunden im Einsatz. Es kam zu weiträumigen Absperrungen und Staus an dem zentralen Verkehrsknotenpunkt.