nach oben
20 Jahre nach der Tat - ein Karlsruher Café-Betreiber wurde so lange gequält, bis er starb - wurde der letzte der beiden Täter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
20 Jahre nach der Tat - ein Karlsruher Café-Betreiber wurde so lange gequält, bis er starb - wurde der letzte der beiden Täter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. © Symbolbild: dpa
17.02.2012

Zu Tode gequält: Sieben Jahre Haft im Stricher-Prozess

Karlsruhe. Das Landgericht Karlsruhe hat einen 43 Jahre alten Angeklagten im Karlsruher Stricher-Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Richter waren bei ihrem Urteil am Freitag überzeugt, dass der Mann vor 20 Jahren mit einem Komplizen einen 31-jährigen Café-Betreiber in dessen Wohnung so lange gequält hatte, bis dieser starb.

Der Angeklagte war damals mit mehreren anderen Rumänen nach Deutschland gekommen. Als sie keinen Job fanden, verdienten sich die jungen Männer ihr Geld als Strichjungen. In einer Nacht im Oktober 1992 nahm der Kneipenwirt die Beiden am Bahnhof in Karlsruhe mit. Dann sei es aus noch immer ungeklärten Gründen zu dem Gewaltexzess gekommen, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Dabei schlugen die jungen Männer ihren Freier mit der Faust ins Gesicht, traten ihn in den Genitalbereich, fesselten ihn mit einer Hundeleine und quälten ihn mit Glasscherben. Schließlich rammten sie ihm ein Messer in den Hals. Der 31-Jährige starb innerhalb von wenigen Minuten.

Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft, dass der 43-jährige wegen Mordes bestraft wird. Das Gericht bezweifelte jedoch, dass der Angeklagte selbst mit dem Messer zugestochen hat. Deshalb wurde er wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sein Komplize hatte bereits im vergangenen Jahr das gleiche Strafmaß erhalten. Auch ihm hatte das Gericht die tödlichen Messerstiche nicht zweifelsfrei nachweisen können.

Der Verurteilte ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn. Er ging der Polizei erst im Mai 2011 in Italien ins Netz - nachdem ein DNA-Abgleich zur Festnahme seines Komplizen geführt hatte. Dieser hatte dann den Mittäter verraten.

Leserkommentare (0)