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Ermittlungserfolg der Polizei: Mindestens 50 Straftaten haben fünf junge Männer aus Bruchsal auf ihrem Konto. Sie haben zahlreiche Brände gelegt und mit einer Zwille zahlreiche Scheiben zerschossen.
Ermittlungserfolg der Polizei: Mindestens 50 Straftaten haben fünf junge Männer aus Bruchsal auf ihrem Konto. Sie haben zahlreiche Brände gelegt und mit einer Zwille zahlreiche Scheiben zerschossen. © Symbolbild: Seibel
13.12.2011

Zu fünft Brände gelegt und Scheiben zerschossen

Bruchsal. Fünf junge, in Bruchsal wohnende Männer im Alter von 19 bis 22 Jahren stehen im Verdacht, seit Januar dieses Jahres in wechselnder Tatbeteiligung immer wieder und vornehmlich zur Nachtzeit Mülleimer und Container, aber auch Gartenhäuser,  Heu- und Strohballen sowie andere Gegenstände in Bruchsal und Umgebung in Brand gesetzt zu haben. Auch mit Präzisionsschleudern und Stahlkugel sollen sie erhebliche Sachschäden angerichtet haben. Eine Serie von mindestens 50 Straftaten geht nach den Feststellungen der Ermittlungsbehörden auf das Konto der jungen Bruchsaler.

Unbekannt sind die Tatverdächtigen der Polizei nicht. Einige wurden in der Vergangenheit bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Seit dem Frühjahr hatten Brandstiftungen insbesondere in Bruchsal die Angehörigen von Feuerwehr und Polizei immer wieder in Atem gehalten. Dabei war es neben dem raschen Eingreifen der Wehrleute auch glücklichen Umständen zuzuschreiben, dass es nur in einem Fall zu Personenschaden kam. Im Juni erlitt ein Mann an der Bruchsaler Hardtfeldstraße eine leichte Rauchgasvergiftung, als er einen in Brand gesetzten und anschließend explodierten Müllcontainer löschen wollte.

Weitere Schäden richteten insbesondere zwei der Verdächtigen seit Oktober mit aus Präzisionsschleudern abgeschossenen Stahlkugeln an. Mit den nach dem Waffengesetz verbotenen Zwillen zerschossen sie in zumindest 21 Fällen Schaufenster und Scheiben verschiedenster Betriebe und Gaststätten, aber auch die Verglasung von Wartehäuschen an Haltestellen. Die den Verdächtigen bereits zugeordneten Straftaten hatten Schäden von mehreren zehntausend Euro zur Folge.

Weitere Ermittlungen gegen die teilweise geständigen jungen Männer dauern noch an. Dabei prüfen die Beamten auch, ob dem Quintett noch über 20 weitere ähnliche Taten angelastet werden müssen. Als Motiv für ihr Handeln wurde von den Beschuldigten unter anderem auch die Freude am „Katz-und-Maus-Spiel“ mit der Polizei genannt.

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, verstärkte die Polizei zu den relevanten Zeiten ihre Präsenz in Uniform sowie ganz besonders auch in Zivil. Bei der Kriminalpolizei-Außenstelle Bruchsal wurde zur Klärung einer Serie von gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr im Raum Bad Schönborn und im nördlichen Landkreis Karlsruhe eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Ermittler standen im engen Kontakt mit Kollegen einer zweiten Ermittlungsgruppe, die sich mit Brandstiftungen unter anderem an Kraftfahrzeugen im nördlichen Landkreis befasst.

Bei den Recherchen gerieten die bereits einschlägig polizeibekannten 19 bis 22 Jahre alten Männer ins Visier der Ermittler. Ende November 2011 hefteten sich Kriminalbeamte an die Fersen des zur Nachtzeit mit zwei Autos unterwegs befindlichen Quintetts und entdeckten bei einer Kontrolle dann nicht nur in einem der Wagen eine Präzisionsschleuder. Bei der Durchsuchung eines 19-jährigen Mitfahrers fanden sich überdies auch Stahlkugeln, wie sie kurz zuvor bei der Beschädigung einer Bushaltestelle am Bürgerpark Bruchsal verwandt wurden.

In der Folge galt es, den Tatverdacht durch Durchsuchungen, Beschlagnahmen, aber auch durch kriminalistische Kleinarbeit und Vernehmungen zu untermauern. Die fünf Verdächtigen, die auch eine geringe Zahl von Mitläufern hatten, wurden mittlerweile mehrfach vernommen, wobei durch deren Einlassungen nach und nach auch solche Straftaten zutage kamen, bei denen bislang keine Anzeige erstattet wurde. Zudem räumten die Verdächtigen auch einen vollendeten Einbruch in eine Gartenhütte ein.

Derzeit steht noch das Auswertungsergebnis der bei den Verdächtigen beschlagnahmten Mobiltelefone, Rechner und mobilen Datenträger aus. Ob und inwieweit hierdurch noch weitere Taten geklärt werden können, muss abgewartet werden. Für die aktuellen Straftaten werden sie sich je nach Tatbeteiligung wegen Gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Sachbeschädigung, vollendetem Einbruch, wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie wegen Brandstiftung beziehungsweise Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion zu verantworten haben. pol