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Latino-Pop-Queen Shakira darf nicht in Schloss Salem singen. Ist sie vielleicht zu sexy für die Internatsschüler dort? © dpa
26.12.2010

Zu sexy? Shakira darf nicht in Salem singen

Nichts wird es mit lasziven Hüftschwungen im braven Salem. Während - mit Ausnahme von streng muslimischen Ländern - weltweit die sexy Kurven von Sängerin Shakira eher einheitlich für Zustimmung sorgen, scheinen sie im braven Süden des Musterländles eher Stoff für Auseinandersetzungen zu geben. Die weltbekannte Latino-Pop-Queen kann 2011 kein Open-Air-Konzert im Schloss Salem geben. Zoff gab es zuvor schon wegen der Ablehnung eines Konzerts der mit nicht minder viel Sexappeal auftretenden US-Sängerin Pink. Massive Einmischungen eines konservativ gesinnten Beirats und nicht minder konservativer Kräfte aus Regierungskreisen sollen, so die Pro-Shakira-Opposition, das Event verhindert haben.

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Ist vielleicht die seelisch-moralische Balance der Salemer Internatsschüler in Gefahr, wenn eine mit ihrem Sexappeal spielende Sängerin in ihrer Nähe auftritt? Die Entscheidung gegen ein Shakira-Open-Air sei unter Abwägung verschiedener Aspekte erfolgt, dabei hätten unter anderem die zu erwartende Größe der Veranstaltung und Sicherheitsaspekte eine Rolle gespielt, erklärte Finanz-Staatssekretär Stefan Scheffold (CDU) auf eine SPD-Landtagsanfrage. Die SPD-Fraktion fand es «besonders unverständlich und ärgerlich», dass dieses Konzert «offensichtlich verhindert wurde» und vermutete, dass dafür «Kräfte aus dem Beirat und dem Finanzministerium» ursächlich sind. Das Management der kolumbianischen Künstlerin, Botschafterin des UN-Kinderhilfswerks und Sängerin des offiziellen Lieds zur Fußball- Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, hatte wegen eines Konzerts in Salem beim Finanzministerium angefragt.

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Nach Ansicht der Oppositionspartei versucht sich der Beirat, dem neben Scheffold und Gisela Meister-Scheufelen vom Finanzministerium noch Bernhard Prinz von Baden, Christoph Graf von Douglas sowie Abt Anselm von Wettingen-Mehrerau angehören, «massiv in die Musikausrichtung und Künstlerauswahl einzumischen». So sei in diesem Jahr ein Konzert der US-Künstlerin Pink zunächst abgelehnt worden, ehe dank der Intervention der Staatlichen Schlösser und Gärten und der Gemeinde Salem (Bodenseekreis) das Konzert «zur Freude viele Fans» doch noch stattfinden konnte. Die SPD mutmaßt, dass bei der Gestaltung des Kulturprogramms in Salem die Gemeinde und die regionalen Kulturträger «übergangen werden».

Scheffold erwiderte, die Gemeinde und der Bodenseekreis seien über den mit dem Land nach dem Kauf von Kloster und Schloss Salem gegründeten Runden Tisch in die Programmplanung einbezogen. Die SPD wies darauf hin, dass beim Verkauf von Schloss Salem an das Land mit der Gemeinde Salem abgestimmt worden sei, dass an der Konzertkonzeption festgehalten wird und jährlich mindestens drei große Open-Air-Veranstaltungen stattfinden sollen. dpa

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