nach oben
© Symbolbild: dpa
20.05.2013

Zwei Massenschlägereien beim Grillen: Fäuste, Flaschen und Zähne fliegen

Stuttgart. Grillen macht Spaß, Griller sind gesellig. Selbst bei Schlägereien auf Grillwiesen belässt man es nicht bei einer Prügelei unter zwei Kontrahenten. Zumindest war das so am Samstagabend bei einer Massenschlägerei in Stuttgart, wo bei den Grillstellen im Unteren Schlossgarten Fäuste, Flaschen und Zähne geflogen sind. Auch in Ravensburg musste Sicherheitspersonal 20 Kampfhähne zum Teil mit Hilfe von Pfefferspray trennen.

Umfrage

Müll auf der Wiese, Betrunkene pöbeln - sollen öffentliche Grillstellen nur noch gegen Aufwandsgebühr und Kontrollpersonal genutzt werden dürfen?

Ja 71%
Nein 26%
Mir egal 3%
Stimmen gesamt 530

Acht Verletzte und Sachschaden sind die Folgen dieser größeren Schlägerei. Um 20.45 Uhr war die Polizei zu Streitigkeiten bei den Grillstellen gerufen worden. Polizeibeamte trafen auf zirka 150 meist angetrunkene Personen verschiedener Ethnien und in aufgeheizter Stimmung. Darunter wurde eine Gruppe von fünf Männern ausgemacht, die offensichtlich in Streit geraten waren. Die Polizisten ermahnten das Quintett, das sich einsichtig zeigte, und beendeten zunächst ihren Einsatz.

Nur eine halbe Stunde meldeten mehrere Anrufer eine Massenschlägerei an besagter Stelle. Die Polizei musste jetzt mit mehreren Streifen anrücken, da auch von Verletzten die Rede war. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass eine Gruppe Rumänen, darunter die fünf Streithähne des vorherigen Einsatzes, mit einer Gruppe Serben aus noch unbekanntem Grund wiederum in Streit geraten war.

Beide Parteien, etwa 20 Personen, bewarfen sich gegenseitig mit Flaschen. Mehrere Beteiligte wurden dadurch verletzt, acht davon mussten sich zur Behandlung von Schnittwunden, Gehirnerschütterungen und ausgeschlagenen Zähnen in Krankenhäuser begeben. Die Polizei, die teilweise mit bis zu 30 Mann im Einsatz war, hatte die Lage rasch im Griff, zumal der Großteil der Streitlustigen sein Heil beim Eintreffen der Polizei in der Flucht gesucht hatte.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Auseinandersetzungen dauern an, der Tatablauf wurde von einigen Zeugen mit dem Handy gefilmt. Auf die Täter könnte ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs zukommen. Zur Reinigung des mit Glasscherben übersäten Asphaltweges musste noch in der Nacht eine Kehrmaschine eingesetzt werden.

Auch beim jährlichen Rettichfest in Oberhofen (bei Ravensburg) gab es von Samstag auf Sonntag zwei Schlägereien mit zum Teil erheblich verletzten Personen. Bereits gegen 21.30 Uhr kam es zwischen drei männlichen Festbesuchern zu einer verbalen Auseinandersetzung, die zu einem Handgemenge und Verletzungen einzelner Beteiligter führte. Dass zwei der Kontrahenten hierbei in einen Zaun mit Stacheldraht stürzten, dürfte den Genesungsprozess der Beiden noch weiter in die Länge ziehen. Alle Beteiligten erwartet nun ein Strafverfahren wegen Körperverletzung.

Nur noch mit Pfefferspray des eingesetzten Sicherheitspersonals waren dann gegen 1 Uhr rund 20 Personen voneinander zu trennen. Auslöser der Schlägerei war wohl ein übler Scherz, den nur einer der zunächst zwei Beteiligten zum Lachen fand. In die anschließende Schlägerei mischten sich immer mehr Personen ein, so dass es für die Polizei nun nicht besonders einfach werden dürfte, den genauen Ablauf der Auseinandersetzung zu rekonstruieren. Auch die teilweise erheblichen Alkoholisierungen der Beteiligten dürften dem Ganzen ebenfalls erschwerend gegenüber stehen. pol/dpa/tok

Leserkommentare (0)