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Im Technoseum zu bewundern: der Nachbau einer durch Freiherr Karl von Drais lizensierten Laufmaschine aus dem Jahr 1820. Foto: dpa
Im Technoseum zu bewundern: der Nachbau einer durch Freiherr Karl von Drais lizensierten Laufmaschine aus dem Jahr 1820. Foto: dpa
07.11.2016

Zwei Räder machen Weltkarriere: Technoseum Mannheim zeigt Geschichte des Fahrrads

In Zeiten von Energiewende und überfüllten Städten ist das Fahrrad beliebter denn je. Es erobert mit moderner Technik neue Verkehrsräume. Am Ursprungsort der Laufmaschine von Freiherr Karl von Drais in Mannheim zeigt das Technoseum von Freitag an einen umfassenden Überblick über die 200-jährige Geschichte auf zwei Rädern.

Mit seiner Laufmaschine – auch Draisine genannt –, mit der Drais am 12. Juni 1817 die erste Fahrt von Mannheim aus unternahm, hatte er zwar kaum wirtschaftlichen Erfolg. Aber er lieferte den Anstoß zu einer ganz neuen Art der Fortbewegung durch Muskelkraft. Auch wenn in der 800 Quadratmeter großen Sonderausstellung mit annähernd 100 Fahrrädern die Technik dominiert: „Es war uns wichtig, dass wir die gesellschaftliche Relevanz des Themas diskutieren“, sagte der für Verkehr zuständige Mannheimer Bürgermeister Lothar Quast bei einer Vorbesichtigung. Dabei spannt sich der Bogen von der Mühe, die es Frauen im 19. Jahrhundert kostete, das Fahrrad gegen gesellschaftliche Widerstände für sich zu erobern, bis hin zu aktuellen Verteilungskämpfen zwischen Autos, Fahrrädern und Fußgängern in der Stadtplanung.

Die chronologisch aufgebaute und in vier große Abschnitte untergliederte Ausstellung zeigt nach Worten von Kurator Thomas Kosche die Rückkehr des bereits Dagewesenen. So erinnere das Fixi, ein Fahrrad mit fester Übersetzung ohne Freilauf, verblüffend an das, was um 1890 bereits auf dem Markt war. Ob die gut 25 Kilogramm schweren und zumeist aus Eschenholz gefertigten Laufmaschinen des Freiherrn von Drais tatsächlich notwendige Voraussetzung für die Entwicklung des Fahrrads waren, wisse man nicht, sagt Kosche. Die Grundidee, zwei Räder lenkbar hintereinanderzusetzen, ist aber bis heute unverändert.