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Bei einem Brand in einem Bruchsaler Seniorenheim starben zwei Menschen. © TV-BW
06.07.2010

Zwei Senioren verbrennen im Bett

BRUCHSAL-BÜCHENAU. Ein Brand in einem Altenpflegeheim in Bruchsal-Büchenau hat am frühen Dienstagmorgen zwei männliche Todesopfer gefordert. Mehrere Heimbewohner wurden mit Verdacht auf leichte Rauchgasvergiftungen ins Bruchsaler Krankenhaus gebracht. Ein Pfleger der Einrichtung erlitt einen Schock, auch er wurde ärztlich versorgt. Brandursache könnte ein technischer Defekt an einem Ventilator sein.

Bildergalerie: Zwei Tote bei Brand in Seniorenheim

Die Ursache des Feuers ist derzeit noch unklar. Hierzu hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.Der diensthabende Pfleger war um 3.57 Uhr durch einen hausinternen Alarm auf das im Dachstock des dreigeschossigen Heimes ausgebrochene Feuer aufmerksam geworden und hatte sofort Feuerwehr und Rettungskräfte alarmiert.

In der Folge zeitgleich eintreffende Feuerwehrleute und Polizeibeamte konnten durch den Hausflur zwar noch bis in die oberste Etage gelangen; durch starke Rauchentwicklung und extreme Hitze war es dann aber unmöglich, an den eigentlichen Brandort, einen von zwei bettlägerigen männlichen Patienten bewohnten Raum vorzudringen.

Während die von außen her über Drehleitern unterstützten Löscharbeiten auf Hochtouren liefen, konnten Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizeibeamte insgesamt 28 Heimbewohner, die zum Teil liegend transportiert werden mussten, ins Freie und damit in Sicherheit bringen. Für die beiden 76 und 82 Jahre alten Männer kam aber jede Hilfe zu spät.

Kurz nach 5 Uhr meldeten die Wehrleute "Feuer aus"; in der Folge galt es für sie dann noch, Brandnachsorge zu betreiben und nach möglichen Glutnestern im Dachgebälk zu suchen.

Unterdessen wurden die Heimbewohner zur weiteren Betreuung in ein Gemeindezentrum gebracht. Im Laufe des Tages soll über eine mögliche Verlegung in andere Alteneinrichtungen entschieden werden.

An der Brandstelle waren alle sechs Abteilungen der Bruchsaler Feuerwehr sowie die Feuerwehr Stutensee mit insgesamt rund 80 Mann sowie 22 Fahrzeugen im Einsatz. Um die Versorgung von Verletzten und Heimbewohnern bemühten sich zwei Notärzte und ein ortsansässiger Arzt sowie über 50 Helfer sämtlicher Rettungsdienste. Hierzu waren über 20 Fahrzeuge eingesetzt. Die Polizei unterstützte mit 22 Beamten die Erstmaßnahmen, sicherte den Brandort weiträumig ab und leitete die Brandermittlungen ein.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei-Außenstelle Bruchsal zusammen mit zwei Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes haben ergeben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt ursächlich für den folgenschweren Brand in dem Altenpflegeheim war. Demnach deutet vieles darauf hin, dass das Feuer von einem Ventilator ausging, der sich in dem Zimmer der beiden ums Leben gekommenen Männer befand. Zur endgültigen Klärung der Brandursache sind weitergehende Untersuchungen der beschlagnahmten elektrischen Peripherie notwendig.

Die Polizei geht zwischenzeitlich von einem insgesamt entstandenen Sachschaden in Höhe von rund 100.000 Euro aus. Nach Auskunft der Ermittler wurden bei dem Brand zwei Frauen durch Rauchgas leicht verletzt. Sie befinden sich noch in ärztlicher Behandlung im Krankenhaus.