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29.05.2012

Zweijährige stirbt unter ominösen Umständen in desolater Wohnung

Landkreis Tuttlingen. Ein zweijähriges Mädchen ist im Landkreis Tuttlingen unter ominösen Umständen gestorben. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln und haben die 24-jährige Mutter wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft genommen.

Nach dem Tod eines fast zwei Jahre alten Kleinkinds haben Staatsanwaltschaft Rottweil und Polizei Tuttlingen am Sonntagnachmittag Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags gegen die alleinerziehende, 24 Jahre alte Mutter eingeleitet. Insgesamt 20 Beamte der Kriminalpolizei Tuttlingen und des Polizeireviers Spaichingen haben noch am Sonntagnachmittag und in der Nacht auf Montag Ermittlungen zu dem Todesfall des fast zwei Jahre alten Mädchens aufgenommen – dieses hätte in wenigen Tagen Geburtstag gehabt.

Notarzt und Rettungsdienst verständigten am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr die Polizei und teilten den Tod des Mädchens mit. Auffällig hierbei: Zum einen die desolaten Wohnverhältnisse der allein erziehenden Mutter und ihrer drei Kinder in einem größeren Mehrfamilienhaus. Zum anderen der augenscheinlich verwahrloste Zustand des toten Kleinkindes. Bereits die ersten Maßnahmen der Ermittler untermauerten diese Umstände, weshalb von der Staatsanwaltschaft Rottweil beantragt und vom zuständigen Ermittlungsrichter die Obduktion des Kleinkindes durch die Gerichtsmedizin angeordnet wurde.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass das kleine Mädchen am frühen Sonntagmorgen in dem Kinderbett ihres Zimmers verstarb. Die Mutter befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht bei ihren drei Kindern. Offensichtlich auch nicht eine beauftragte Person. Die Kinder waren über die gesamte Nacht und den darauf folgenden Morgen unbeaufsichtigt alleine in der Wohnung. Als sie im Laufe des darauf folgenden Mittags in die Wohnung zurückkehrte, stellte sie den leblosen Körper ihrer Tochter fest. Sie verständigte nahe Angehörige, die dann ihrerseits unverzüglich den Rettungsdienst alarmierten. Der hinzu gerufene Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des Kleinkindes feststellen.

Die Mutter des toten Kindes wurde zunächst durch den Rettungsdienst mit einem Schock in das örtliche Krankenhaus eingeliefert. Sie selbst macht derzeit keine Angaben. Die 24 Jahre alte Frau wurde noch am Pfingstmontag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, welcher auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil wegen des dringenden Verdachts des Totschlags durch Unterlassen die Untersuchungshaft anordnete. Eine vorsätzliche Schuld etwaiger Dritter am Tod des kleinen Mädchens kann aber bereits zum jetzigen Ermittlungsstand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Die beiden weiteren Kinder im Kindergarten und -Grundschulalter befinden sich derzeit in Pflege und unter fachlicher Betreuung des Amts für Familie, Kinder und Jugend (Landratsamt Tuttlingen) sowie der Notfallseelsorge. Zum Schutz der ebenfalls unter Schock stehenden Kinder sowie derer Angehöriger können hierzu keine weiteren Angaben gemacht werden. pol