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Stuttgarts Benjamin Pavard (vorne) und Stuttgarts Santiago Ascacibar bejubeln das Tor zum 1:0. Foto: Marijan Murat
Stuttgarts Benjamin Pavard (vorne) und Stuttgarts Santiago Ascacibar bejubeln das Tor zum 1:0. Foto: Marijan Murat
01.12.2018

Donis erlöst VfB Stuttgart gegen Augsburg

Stuttgart (dpa) - Den Stuttgarter Siegtorschützen gegen den FC Augsburg schonte VfB-Trainer Markus Weinzierl schon ab der Pause.Bei Anastasios Donis wollte der Chefcoach kein noch größeres Risiko eingehen. So folgte er der Bitte des müden Griechen, ihn als Vorsichtsmaßnahme nach 45 Minuten rauszunehmen. Neun Wochen hatte der 22-Jährige aufgrund eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel gefehlt und war für den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga herbeigesehnt worden. Und dann sorgte Donis beim ersten Einsatz nach seiner Genesung mit seinem Treffer in der 39. Minute gleich für das 1:0 (1:0) gegen den FC Augsburg und den wichtigen ersten Heimsieg des VfB unter dem neuen Trainer Weinzierl. 

«Wenn du so wenig Punkte hast, dann tun die Punkte sehr, sehr gut. Es waren drei unheimlich wertvolle Punkte für uns und damit auch für mich», resümierte Weinzierl. Erleichtert war der 43-Jährige VfB-Sportvorstand Michael Reschke in die Arme gefallen, ausgerechnet nach dem Duell mit seinem früheren Verein darf er ein wenig aufatmen. Seine Elf schwor er nach dem Schlusspfiff auf die kniffligen kommenden Wochen ein - und spendierte ihnen zwei freie Tage.

Schließlich verließen die Stuttgarter, als Tabellenletzter in den Spieltag gestartet, mit dem hart erkämpften, aber auch glücklichen Erfolg in einer schwachen Bundesliga-Partie vor 52.739 Zuschauern voerst die Abstiegsränge. Zumindest bis Montag sprangen sie auf Platz 15, der Rückstand auf den FCA schrumpfte auf zwei Zähler zusammen.

Die Gäste von Trainer Manuel Baum müssen sich nach der dritten Niederlage in Serie zunehmend nach unten orientieren. «Es ist extrem bitter, dass wir hier verlieren. Denn das war nicht nötig», bilanzierte Baum. «Im Großen und Ganzen haben wir zu viele Situationen zu unklar ausgespielt.»

Aufseiten der Stuttgarter war der flinke Donis seit dem 29. September, seit seinem vielversprechenden Auftritt beim zuvor einzigen Heimsieg der Saison gegen Werder Bremen (2:1), vermisst worden. Lange Zeit brachte auch der 22-Jährige keine Struktur und nur wenig Gefahr ins Stuttgarter Angriffsspiel, erlöste dann aber die Gastgeber bei der ersten richtigen Chance mit dem 1:0. Nach einem Zuspiel von Andreas Beck schob der Flügelspieler den Ball aus rund elf Metern ins linke untere Eck.

Stuttgarts Anhänger feierten den ersten Torschützen im eigenen Stadion seit mehr als zwei Monaten. Zuvor hatten sie sich in der ersten Hälfte am bundesweiten Boykott gegen die Kommerzialisierung des Fußballs beteiligt und ohne Fangesänge für eine ungewohnte Atmosphäre gesorgt. Mit einem Pfeifkonzert gegen Schiedsrichter Harm Osmers und die Gäste begleiteten sie aber zeitweilig die Partie.

Die erste Halbzeit prägten teilweise Fehlpässen hüben wie drüben. Auch bei Augsburg lief in der Offensive ohne den angeschlagenen Topstürmer Alfred Finnbogason nur wenig zusammen. Erst als Benjamin Pavard nach einem Rempler auf dem Boden lag, war VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler gegen Michael Gregoritsch zu einer famosen Parade gezwungen (20.).

In der zweiten Hälfte drängten die Gäste über weite Strecken auf den Ausgleich. Verteidiger Martin Hinteregger (56.), Hahn (61.) und Cordova (65.) kamen zu Chancen. Für Stuttgart vergab Thommy (82.). «Es geht nicht darum, schönen Fußball zu spielen. Es geht darum, drei Punkte zu holen», sagte VfB-Torhüter Zieler bei Sky.