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Augsburgs Martin Hinteregger (l) traf per Kopf. Foto: Stefan Puchner
Augsburgs Martin Hinteregger (l) traf per Kopf. Foto: Stefan Puchner
17.12.2016

Hinteregger köpft Augsburg zum 1:0 gegen Mönchengladbach

Augsburg (dpa) - Für Augsburgs Neu-Trainer Manuel Baum gab es reihenweise Glückwünsche, für das Team von Gladbachs Coach André Schubert nach der nächsten Auswärtsniederlage Pfiffe.«Natürlich habe ich Verständnis für die Fans. Wir sind genauso angepisst wie die Fans», sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem 0:1 von Borussia Mönchengladbach beim FC Augsburg. In der Tabelle der Fußball-Bundesliga zogen die Schwaben mit nun 17 Punkten an der Fohlen-Elf vorbei.

Maskenmann Martin Hinteregger verhalf Baum zu einem perfekten Einstand. Mit einem Kopfball war der seit seinem Nasenbeinbruch vor einem Monat mit einem Gesichtsschutz spielende Österreicher (75.) am Samstag beim 1:0 (0:0) gegen seinen letztjährigen Verein der umjubelte Matchwinner. «Traumhaft für mich», sagte der Innenverteidiger. Der Sieg sei «Balsam für die Seele».

Drei Tage nach der Trennung von Dirk Schuster zeigten sich die Schwaben vor 28 653 Zuschauern beim ersten Spiel unter Baum damit enorm effizient. Für Schubert wird es nun noch ungemütlicher. «Der Fußball ist manchmal hart und so steht am Ende nicht ein Punkt, sondern eine 0:1-Niederlage», sagte Schubert. Das sei «extrem bitter». Gladbach gewann 2016 nur eins von 18 Auswärtsspielen.

Bis-auf-Weiteres-Coach Baum gab viel Gas an der Seitenlinie, war immer in Bewegung und erteilte viele Anweisungen. «Ich bin gespannt, was seine Stimme morgen macht», sagte Manager Stefan Reuter. «Wir freuen uns extrem, dass wir heute gewonnen haben. Kompliment an die Mannschaft», sagte Baum - noch ohne stimmliche Probleme - bei der Pressekonferenz.

Auf dem Rasen lieferten sich die Kontrahenten lange ein abwartendes Spiel ohne Höhepunkte. Erst in der Schlussphase wurde es spannend. Freunde von diszipliniert eingehaltenen taktischen Formationen kamen zwar auf ihre Kosten. Das Offensivspiel blieb dabei allerdings auf der Strecke. Große Torchancen gab es eigentlich nur zwei.

Die heimschwachen Augsburger, die nur eines der vorangegangenen neun Spiele zu Hause gewannen, waren in ihrer 4-4-2-Grundformation ebenso wie die auswärts zuletzt viermal besiegten Gladbacher auf Risikominimierung bedacht. Dankbar wurde auf den Rängen jede der seltenen Strafraumszenen beklatscht. Bis zum ersten Eckball mussten die Fans 55 Minuten warten.

Gladbach verlor nicht nur die Punkte, sondern muss auch einen längeren Ausfall von Weltmeister Christoph Kramer befürchten. Nach einem Foul von Takashi Usami in der Nähe der Mittellinie musste Kramer mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz. Der Mittelfeldakteur konnte nach der Grätsche nicht mehr auftreten (56.). Kramer habe mit Sicherheit eine schwere Sprunggelenksverletzung, sagte Schubert.

Kurz nach dem Kramer-Aus hatte Mahmoud Dahoud die Borussen-Führung auf dem Fuß, doch nach Vorarbeit von Raffael ging sein Schuss knapp vorbei (65.). Gladbach wurde jetzt immer aktiver, aber das Tor erzielte Augsburg.

Nach einem Eckball von Jonathan Schmid war Hinteregger gegen schlecht verteidigende Gladbacher mit dem Kopf zum ersten Bundesligator zur Stelle. In der Rückrunde der vergangenen Saison war er als Leihspieler noch Borusse. «Ein glücklicher Sieg, den wir liebend gerne mitnehmen», sagte Reuter.