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Kölns Torschütze Anthony Modeste jubelt nach seinem Treffer zum 1:0. Foto: Marius Becker
Kölns Torschütze Anthony Modeste jubelt nach seinem Treffer zum 1:0. Foto: Marius Becker
04.02.2017

Modeste macht 1:0 gegen Wolfsburg perfekt

Köln (dpa) - Nach dem Schlusspfiff ließen sich die Kölner Fußballprofis trotz heftigen Regens minutenlang von ihren euphorischen Fans feiern. Es herrschte Karnevalsstimmung in der närrischen Hochburg.Und der 1. FC trägt einen gehörigen Teil dazu bei: Das 1:0 (0:0) gegen den kriselnden VfL Wolfsburg war nach 3955 Tagen nicht nur der erste Bundesliga-Heimsieg der Rheinländer gegen die Niedersachsen. Es war auch ein Signal. Die Europacup-Teilnahme rückt mit 32 Punkten näher und näher.

«Wir haben eine einmalige Chance.» Dieses Statement von FC-Trainer Peter Stöger lässt erkennen, dass der Österreicher und sein Team die Möglichkeit nutzen wollen, erstmals seit 1992/93 wieder international beteiligt zu sein. Diese «einmalige Chance» machte Anthony Modeste möglich: Sein Elfmetertreffer in der 81. Minute machte den Erfolg gegen die Niedersachsen perfekt.

Aber er hätte niemals fallen dürfen, meinte Wolfsburgs Chefcoach Valérien Ismaël. «Der Elfmeter war keiner, und davor war's abseits», klagte er nach der Szene in der 80. Minute, als Keeper Diego Benaglio Modeste zu Fall und Schiedsrichter Patrick Ittrich zum Pfeifen brachte.

Und weil Modeste mit seinem 15. Saisontor zur Entscheidung traf, bewertete Ismaël das Ganze als «extrem bitter». Und musste spätestens jetzt einräumen, dass sich der VfL bei lediglich 19 Zählern nach Spieltag 19 mitten im Abstiegskampf befindet. Ismaël bemerkte zu der seiner Meinung nach falschen Ittrich-Entscheidung nur: «Extrem ärgerlich, das müssen wir runter schlucken.»

Für die Kölner dagegen war es ein Festtag. Der verletzte Marcel Risse wurde als Torschütze des Jahres der ARD-Sportschau ausgezeichnet. Und erstmals seit seinem Rücktritt als Vereinschef im November 2011 war auch FC-Ikone Wolfgang Overath wieder einmal unter den 49 400 Zuschauern.

«Das ist schwer für den FC», hielt der 73 Jahre alte Weltmeister von 1974 in der Halbzeitpause fest. Damit lag Overath richtig. Denn die Begegnung war zwar abwechslungs- wie temporeich und bot durchaus Spannung, indes lange Zeit zu wenig spielerische Qualität. Beiden Teams mangelte es speziell offensiv an der Feinabstimmung.

So verpufften vor allem bei den Kölnern, die in der gleichen Startformation wie beim 6:1 in Darmstadt aufliefen, einige gute Ansätze. Gefährliche Szenen in den ersten 45 Minuten: fast keine. «Wir haben kaum etwas zugelassen», meinte Ismaël. Das traf lange Zeit auf beide Abwehrreihen zu.

Nach dem Wechsel änderte sich das nur selten. Für den FC traf der energische und überzeugende Routinier Konstantin Rausch bei einer direkt gezirkelten Ecke das Aluminium (47.). Kurz darauf hatte der frühere Kölner Yannick Gerhardt aus 18 Metern freie Schussbahn, traf aber ebenso wenig das Tor wie auf der Gegenseite Modeste, der in der 54. Minute aus der Drehung knapp scheiterte.

FC-Keeper Thomas Kessler musste in der 71. Minute einen 18-Meter-Volleyversuch von Maximilian Arnold entschärfen. Die Gäste wollten augenscheinlich mehr. Es kam anders: Benaglio verursachte nach Ittrichs Einschätzung an Modeste den Strafstoß, den der Franzose selbst verwandelte. Das war es dann - und bei Ismaël blieb ein Fazit hängen: «extrem bitter».