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Arjen Robben hebt den Ball über Torwart Rene Adler hinweg ins Mainzer Netz. Foto: Andreas Gebert
Arjen Robben hebt den Ball über Torwart Rene Adler hinweg ins Mainzer Netz. Foto: Andreas Gebert
16.09.2017

Schwungvolle Bayern schenken Mainz kräftig ein

München (dpa) - Auf diesen gelungenen Start ins Oktoberfest hätten die Stars des FC Bayern eigentlich gleich mit einer Maß anstoßen können. Mit schwungvollem Angriffsfußball versetzten die Münchner Kicker beim 4:0 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 auch ihre Fans in Feierlaune.«Das war ein richtiger Schritt. Jetzt müssen wir weitermachen und bestätigen, dass es nicht einmalig war», sagte Arjen Robben. Schon am Dienstag geht es beim FC Schalke 04 weiter.

Im 89. Bundesligaspiel zur Oktoberfestzeit gelang dem deutschen Rekordmeister der 59. Sieg. Erstmals in dieser Saison entfaltete das Team von Trainer Carlo Ancelotti seine Klasse und präsentierte sich vor 75 000 Zuschauern in der Allianz Arena als Einheit. «Wir hatten große Lust, ein Zeichen zu setzen», kommentierte Thomas Müller.

Offensiv ging die Post ab, auch ein noch höherer Sieg wäre verdient gewesen. Robben fälschte beim 1:0 einen Schuss von Torschütze Thomas Müller noch ab (11.). Das zweite Tor erzielte der Holländer mit einem feinen Lupfer selbst (23.). Torjäger Robert Lewandowski legte nach der Pause in seinem 100. Bundesligaspiel für Bayern seine Treffer Nummer 81 und 82 nach (52./77.). «Wir haben zum falschen Zeitpunkt gegen Bayern München gespielt», meinte Gäste-Coach Sandro Schwarz.

Die auf fünf Positionen veränderte Münchner Elf war von Anfang an bemüht, auf dem Platz ein Zeichen zu setzen. Der Ball lief flott durch die eigenen Reihen, der Zug zum Tor war da. Viel lief über die rechte Seite, wo Joshua Kimmich an allen vier Toren beteiligt war. Beim 1:0 setzte er Müller ein, dessen Schuss der agile Robben so glücklich abfälschte, dass René Adler im Mainzer Tor machtlos war. Trotzdem wurde Müller das Tor offiziell zuerkannt.

Vielleicht hätten sich die Mainzer noch einmal gefangen, wenn Robin Quaison das 1:1 geglückt wäre. Doch seinen Flachschuss konnte Manuel Neuer überragend parieren (15.). Danach verloren die Gäste die Ordnung, ihre zwei defensiven Ketten wurden löchrig. Robben und Arturo Vidal scheiterten kurz nacheinander am glänzend reagierenden Adler (18.). Und Kingsley Coman schoss nach Robbens Vorlage freistehend aus fünf Metern an die Unterkante der Latte (21.).

Besser machte es der erfahrene Robben. Kimmichs Zuspiel vollendete der 33-Jährige mit einem gefühlvollen Lupfer mit dem schwächeren rechten Fuß über Adler hinweg. Bemerkenswert war Robbens Jubel danach. Er lief einen weiten Weg bis zur Bayern-Bank, wo er demonstrativ mit Franck Ribéry feierte. Ribéry saß nach seinem Trikotwurf gegen Anderlecht diesmal zunächst auf der Ersatzbank.

«Das war auch ein Zeichen, weil er ein sehr wichtiger Spieler ist», erläuterte Robben nach dem Spiel. «Mit dieser Auswechslung war viel los. Aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wenn wir Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribéry», sagte Robben deutlich.

Die Dominanz der Bayern setzte sich auch nach der Pause fort. Einen Angriffszug über Kimmich und Müller schloss Lewandowski erfolgreich ab. Und die Münchner blieben am Drücker, auch wenn Neuer bei einem Distanzschuss von Fabian Frei noch einmal sein Können unter Beweis stellen musste (67.). Der herausragende Vorbereiter Kimmich servierte Lewandowski den Ball mit einer Flanke perfekt zum 4:0 auf den Kopf. Sebastian Rudy verpasste das 5:0 mit einem krachenden Schuss ans Lattenkreuz (79.). Die Chance zur Ergebniskosmetik vergab auf Mainzer Seite Yoshinori Muto, der aus bester Schussposition verzog (86.).

Arjen Robben hebt den Ball über Torwart Rene Adler hinweg ins Mainzer Netz. Foto: Andreas Gebert

Andreas Gebert