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Der Leipziger Bruma feiert oben ohne seinen späten Siegtreffer gegen Werder. Foto: Jan Woitas
Der Leipziger Bruma feiert oben ohne seinen späten Siegtreffer gegen Werder. Foto: Jan Woitas
22.12.2018

Versöhnlicher RB-Jahresabschluss: Sieg und Haidara-Transfer

Leipzig (dpa) - Erst ließen sich die Spieler von RB Leipzig minutenlang von den Fans feiern, dann humpelten sie sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch in die Kabine, um sich für die Weihnachtsfeier am Abend frisch zu machen.Mit dem 3:2 (2:0)-Erfolg über Werder Bremen überwintern die Sachsen auf Champions-League-Platz vier und können mit den erreichten 31 Punkten nach oben blicken. Werder dagegen hatte mit einer spektakulären Aufholjagd einen 0:2-Rückstand egalisiert, am Ende aber doch noch verloren. Platz zehn zur Winterpause spiegelt die Bremer Berg- und Talfahrt der vergangenen Monate wider.

40.455 Zuschauer erlebten ein gutklassiges, schnelles Duell, bei dem beide Teams auf Sieg spielten. Lukas Klostermann (22.) und Timo Werner (44.) hatten eklatante Abwehrfehler zu einer 2:0-Führung genutzt. Max Kruse gelang der Anschluss (67.), Joshua Sargent (77.) der nicht unverdiente zwischenzeitliche Ausgleich. Dem eingewechselten Bruma (87.) gelang der Leipziger Siegtreffer.

«Man hat gemerkt, dass uns die Kräfte etwas ausgegangen sind. Doch nach dem 2:2 haben wir nochmal alles aus den letzten Zellen gehauen und nochmal einige Aktionen nach vorne gestartet. Toll, dass Bruma den noch reingemacht hat, schöner Abschluss», sagte Leipzigs Mittelfeldmotor Diego Demme. «Es ist immer einfach zu sagen, wir hätten cleverer sein können. Nach dem 2:2 hatten wir das Momentum eigentlich auf unserer Seite. Den einzigen Vorwurf, den wir uns machen müssen, ist, dass wir nicht weiter gespielt haben», sagte Werder-Kapitän Max Kruse.

Er war die tragische Figur. Sein Rückpass auf den verdutzten Torhüter Jiri Pavlenka nutzte Werner zu seinem elften Saisontreffer. «20 Mal geht es gut und es wird ein schneller Angriff eingeleitet. Darüber spricht niemand. Erst wenn es einmal schief geht», sagte Kruse.

Werder spielte wie zuletzt gegen Dortmund und Hoffenheim sehr gut mit, erarbeitete sich einige hochkarätige Möglichkeiten, war dabei aber nicht effektiv. Vornehmlich Milot Rashica war lange Zeit ein ständiger Unruheherd.

«Wir haben hundertprozentige Chancen liegen lassen und hätten eigentlich gewinnen müssen. Die individuellen Fehler darf man sich gegen ein Top-Team wie RB nicht leisten», sagte Trainer Florian Kohfeldt. Für den Fußball, den man in der Hinrunde gespielt hat, habe man zu wenig Punkte geholt.

Rangnick sprach von einem intensiven Spiel, nachdem beide Teams am Mittwoch schon starke Spiele abgeliefert hätten. «Das Tor von Bruma war ein sehr emotionaler Moment. Das macht den Fußball wieder schön. Die Jungs haben sich den Urlaub jetzt verdient», lobte Rangnick das Aufbäumen in der Schlussphase.

Dort hatte auch Werder durchaus Chancen auf den Sieg. «Wir sind zu RB Leipzig gefahren, um mutigen Fußball zu spielen, kein Harakiri», sagte Kohfeldt. Der Freude der Leipziger über den Sieg folgte noch eine erfreuliche Nachricht vom Transfermarkt. Mit Amadou Haidara verpflichteten die Sachsen ihren Wunschspieler für das Mittelfeld. Der malische Nationalspieler kommt von RB Salzburg und unterschrieb bis 2023 in Leipzig. Allerdings laboriert der 20-Jährige noch an einem hinteren Kreuzbandriss im linken Knie, der konservativ behandelt wird. Rangnick rechnet mit einem Einsatz ab Mitte März.