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13.08.2011

Bayern atmen auf: Später Sieg in Wolfsburg

Aufatmen beim FC Bayern: Der Rekordmeister gewann das zweite Saisonspiel der Fußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg dank eines Treffers von Luiz Gustavo in der Nachspielzeit mit 1:0 (0:0) und verhinderte so den schlechtesten Start der Vereinsgeschichte. Eine Woche nach der Auftaktpleite gegen Borussia Mönchengladbach sicherten sich die Bayern am Samstag dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit noch das Happyend. Vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena blieb die Werkself ohne Zähler und ärgerte sich über einen aberkannten Treffer von Patrick Helmes, der im Abseits gestanden haben soll.

Die Bayern zeigten in Wolfsburg lange eine enttäuschende Leistung. Sie hatten zwar mehr Ballbesitz, waren aber erst in der zweiten Hälfte das bessere Team. Ohne den angeschlagenen Arjen Robben fehlten wieder die Ideen - zu statisch und zu durchschaubar war das Bayern-Offensivspiel.

Das galt auch und besonders für Franck Ribéry. Erstmals in der Startformation spielte der Franzose, für den Thomas Müller von der linken auf die rechte Mittelfeldseite wechseln musste, und fiel dabei mit Rüpeleien auf. Spätestens nach einer kleinen Handgreiflichkeit gegen Mario Mandzukic war er für die VfL-Fans der Buhmann und wurde ständig ausgepfiffen. Spielerisch durchsetzen konnte sich Ribéry hingegen nur ganz selten.

Chancen spielten sich die Bayern erst nach dem Wechsel heraus. Die wohl besten vergaben Bastian Schweinsteiger kurz nach dem Wechsel, als er vom linken Toreck drüber schoss, und Toni Kroos aus ähnlicher Position. Erst in der ersten Minute der Nachspielzeit traf Luiz Gustavo.

Unter besonderem Druck stand nach seinem Patzer gegen Gladbach Manuel Neuer, doch dem Nationalkeeper war keine Nervosität anzumerken. Er behielt auch sein offensives Herauslaufen bei und rettete so kurz vor der Halbzeit mit einem gewagten Kopfball gegen den allein auf ihn zueilenden Mandzukic.

Die Wolfsburger spielten nach dem Auftaktsieg gegen den 1. FC Köln selbstbewusst. Mit unveränderter Startaufstellung standen sie dicht gestaffelt, störten früh und machten es den Münchenern so schwer. In der zweiten Hälfte bauten sie allerdings etwas ab.

Mit schnellem Umschalten suchten die Gastgeber ihre Chancen und zeigten dabei einige Male, dass die Bayern-Abwehr anfällig ist. Sogar ein Tor erzielten die Wolfsburger durch Patrick Helmes (39.), doch der vielbeschäftigte Schiedsrichter Knut Kircher gab den Treffer wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht - was VfL-Trainer Felix Magath auf der Bank toben ließ.

Die Wolfsburger Fans forderten zudem Elfmeter (75.), als Luiz Gustavo den eingewechselten Koo Ja-Cheol umrannte. Dafür erkannte der Referee, der in der intensiven Partie viel zu tun hatte, eine Schwalbe von Toni Kroos (42.) und zeigte dem Nationalspieler die Gelbe Karte.

Besonders eifrig war am Samstag Hasan Salihamidzic. Gegen seinen früheren Club, für den er neun Jahre spielte, zeigte der bosnische Mittelfeldspieler eine engagierte Leistung, verhinderte vor allem Vorstöße von Bayerns Rechtsverteidiger Rafinha, konnte im Spiel nach vorne aber nicht glänzen. dpa