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Mit einem 4:2 kickte sich die deutsche Frauen-Nationalelf zum Gruppensieg. Foto: dpa
deutschland © dpa
06.07.2011

DFB-Frauen siegen ohne Prinz - Merkel gratuliert

MÖNCHENGLADBACH. Drittes WM-Spiel, dritter Sieg - mit dem 4:2 über Frankreich haben Deutschlands Fußball-Frauen ungefährdet als Gruppenerste das Viertelfinale erreicht. In der Runde der besten Acht droht Birgit Prinz auch gegen Japan die Bankrolle.

Ohne Rekordnationalspielerin Birgit Prinz, aber mit neu gewonnener Spielfreude sind Deutschlands Fußball-Frauen als Gruppenerste ins WM-Viertelfinale eingezogen. Angeführt von einer überragenden Inka Grings bezwang das Team von Bundestrainerin Silvia Neid Frankreich am Dienstagabend in Mönchengladbach in einer packenden Partie mit 4:2 (2:0) und trifft nun am Samstag in Wolfsburg auf Japan. «Das war heute Fußball für mich. Ich denke, wir sind jetzt richtig im Turnier angekommen, von daher bin ich sehr zufrieden», lobte Bundestrainerin Silvia Neid, die noch in den Katakomben per Telefon erste Glückwünsche von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt.

Als Prinz-Ersatz trumpfte Grings mit zwei Treffern (32. Minute/68. Foulelfmeter) groß auf und wurde verdient zur besten Spielerin der Partie gekürt. «Sicherlich geht's mir jetzt ein bisschen besser», meinte die Torjägerin nach ihrem ersten Einsatz bei dieser WM von Beginn an erleichtert, «es war ein richtig toller Abend für uns.» Vor 45 867 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park hatte Kerstin Garefrekes (25.) den Titelverteidiger in Führung gebracht, Celia Okoyino da Mbabi setzte den Schlusspunkt (89.).

Während das deutsche Team offensiv das erste Mal bei der Heim-WM glänzte, offenbarte die Verteidigung ungewohnte Schwächen bei Standards. Marie-Laure Delie (56.) und Laura Georges (72.) nutzten die deutschen Fehler und machten die Partie mit ihren Kopfballtreffern spannend.

Die Französinnen mussten das abschließende Spiel der Gruppe A mit zehn Akteurinnen beenden, nachdem Torhüterin Berangere Sapowicz (65.) in höchster Not Fatmire Bajramaj im Strafraum zu Fall gebracht und dafür zurecht die erste Rote Karte der WM gesehen hatte. «Ich freue mich, dass die Trainerin mir heute das Vertrauen geschenkt hat und hoffe, ich konnte beweisen, dass ich es verdient habe», sagte die erstmals in der Startelf berücksichtige Bajramaj.

Für Birgit Prinz blieb hingegen nur der ungewohnte Platz auf der Bank, nachdem sie das deutsche Team 26 Spiele in Serie auf das Feld geführt hatte. Nach der Partie klatschte Neid an der Seitenlinie mit ihrer etatmäßigen Angreiferin und verriet anschließend, dass sie Prinz in der vergangenen Woche gefragt habe, ob sie mental in der Lage sei, zu spielen. Prinz habe mit «Nein, nicht von Anfang an» geantwortet. «Das zeigt, wie schlecht es der Birgit momentan geht», sagte Neid. «Heute hat es ihr sehr viel besser getan, nicht zu spielen. Aber ich denke, dass wir von Birgit bestimmt noch was sehen werden.» dpa