nach oben
Borussia Dortmund ist zum siebten Mal deutscher Fußballmeister geworden. Die Spieler feierten Trainer Jürgen Klopp, und anschließend gab es überall Partys in der Stadt. © dpa
Gute Laune bei den BVB-Fans: Borussia Dortmund ist am drittletzten Tag der Fußball-Bundesligasaison 2010/2011 deutscher Meister geworden.  © dpa
30.04.2011

Freudenhaus Borussia: Dortmund feiert die Fußballmeister

DORTMUND. Prophezeit haben es vor Saisonbeginn nur die treuesten Fans von Borussia Dortmund. Zuletzt war es jedoch fast schon eine ausgemachte Sache. Die in Schwarz-Gelb spielenden Jungs von Trainer Jürgen Klopp sind vorzeit deutscher Meister in der Fußball-Bundesliga geworden.

Bildergalerie: Vorgezogene Meisterfeier bei Borussia Dortmund

Weil der BVB gegen den 1. FC Nürnberg 2:0 gewonnen und Verfolger Bayer Leverkusen beim 1. FC Köln 0:2 verloren hat, können die Dortmunder zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr vom ersten Tabellenplatz verdrängt werden.

Bildergalerie: Dortmund im Freudentaumel: BVB ist deutscher Fußballmeister

Bei strahlendem Sonnenschein hatten Kneipen große Leinwände aufgestellt und die Live-Übertragung des Spiels gezeigt. «Deutscher Meister wird nur der BVB» und «Steht auf, wenn ihr Borussen seid» sangen die oft in den Vereinsfarben Schwarz und Gelb gekleideten Fans. 

Bildergalerie: Trainer Jürgen Klopp - der Mann hinter dem Erfolg von Borussia Dortmund

Nach dem Schlusspfiff war kein Halten mehr: Viele Fans sprangen von ihren Sitzen auf und umarmten sich vor Freude. Fahnen und Schals wurden geschwenkt. Eine offizielle Feier war für den Abend noch nicht vorgesehen. Die Meisterparty von Stadt und Verein ist für das Wochenende 14. und 15. Mai zum Ende der Bundesligasaison geplant.

Umfrage

Ist Borussia Dortmund ein würdiger deutscher Fußballmeister?

Ja 100%
Nein 0%
Mir egal 0%
Stimmen gesamt 1

Nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg und der 0:2 (0:0)-Pleite von Verfolger Bayer Leverkusen beim 1. FC Köln können die Westfalen (72 Punkte) mit acht Zählern Vorsprung auf Bayer (64) an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr eingeholt werden. Bislang holte der BVB 1956, 1957, 1963, 1995, 1996 und 2002 den Titel.

Coach Klopp wurde prompt mit Bier geduscht, danach ließen ihn seine Spieler hochleben. «Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen», sagte der Fußballlehrer. «Es ist einer der schönsten Tage. Wir haben sehr, sehr lange darauf gewartet, das war eine lange Durststrecke. So eine junge Mannschaft als deutscher Meister hat es in der Bundesliga-Historie wohl noch nicht gegeben», sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Um ihn herum feierten die BVB-Spieler ihren Coup tanzend, lachend und singend. «Es ist ein wunderbares Gefühl. Der ganze Club hat das verdient. Die Mannschaft hat eine Riesen-Saison gespielt. Mir fällt gar nichts Richtiges ein, ich bin einfach nur glücklich», meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Und Präsident Reinhard Rauball versprach: «Dortmund ist jetzt zwei Wochen im Ausnahmezustand und da werde ich mich angemessen einbringen. Es ist sicher einer der emotionalsten Tage in meinem Leben, wenn ich von meinem Privatleben mal absehe.»

So richtig hatte wohl niemand zum Saisonstart die Dortmunder auf der Meister-Rechnung. Da wurden Bayern München und Schalke 04 genannt, die einen, weil sie immer Titelfavorit sind, die anderen, weil sie mit Felix Magath einen Meistertrainer und dazu noch etliche Stars im Team hatten. Schalke 04 läuft unter ferner liefen – und bei Bayern läuft in dieser Saison nicht sonderlich viel.

Für die Dortmunder ist so ein Titel allerdings keine Besonderheit. Sechs deutsche Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiege verbucht der BVB auf seinem Erfolgskonto. Und: 1966 gewannen die Dortmunder als erster deutscher Verein einen Europapokal, und zwar den Cup der Pokalsieger. 1997 folgte sogar der Triumph in der Champions League. Im selben Jahr wurde auch der Weltpokal nach Dortmund geholt.

Mit einem souveränen Trainer Jürgen Klopp und einer jungen Mannschaft, die die ganze Saison über Spiellaune und mannschaftliche Geschlossenheit versprühte, war der BVB frühzeitig der Bundesliga-Konkurrenz enteilt. Allein Bayer Leverkusen konnte immer wieder einmal den Abstand verringern. Dann klaffte schon wieder eine Lücke zu Bayern München und – das zweite Fußballwunder der Saison – Hannover 96. Den Fast-Absteiger der Saison 2009/10 hatten noch weniger so weit vorne in der Tabelle gesehen. tok/dpa