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Trainer Jürgen Klopp hält den Sieg der Deutschen Frauen-Nationalelf nur noch für eine Frage der Zeit. Foto: dpa
klopp © dpa
04.07.2011

Für Klopp & Co: Frauen-WM eine Frage der Zeit

BERLIN. Auch einige ihrer männlichen Kollegen haben Spaß an der Frauen-Weltmeisterschaft. Ein Muss ist jedes Turnierspiel zwar nicht. Wenn die deutsche Mannschaft aufläuft, schauen Schweinsteiger & Co aber zu.

Für Meister-Trainer Jürgen Klopp ist die Frauen-WM eine Frage der Zeit, für Philipp Lahm auch eine der männlichen Ehre. «Zieht euer Ding durch und holt euch diesen WM-Titel, den wir zuletzt so oft verpasst haben», richtete der Bayern-Profi seine Worte an die deutschen Spielerinnen bei der Frauen-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Daumen drücken ja, ein absolutes Muss sind für die Fußball-Herren der Schöpfung die Partien aber offensichtlich auch nicht. «Ich freue mich, wenn sie den Titel holen, aber ehrlich gesagt: Wahnsinnig interessiert bin ich nicht», gestand Leverkusens Simon Rolfes.

Manch Spielerin hat es manchen Männern allerdings angetan. «Ich schaue mir die Spiele von der deutschen Mannschaft an, mir gefallen auch die einen oder anderen Spielertypen dort, wie sie spielen. Eine Kim Kulig zum Beispiel, sie spielt auch auf einer ähnlichen Position wie ich», sagte Bayerns Nationalspieler Bastian Schweinsteiger über die schon vor der WM zum «Hingucker» auserkorene Mittelfeldspielerin.

Aus einem anderen Grund ist sie sich der Anhängerschaft des VfB Stuttgart gewiss. «Wir drücken vor allem Kim Kulig die Daumen», sagte VfB-Manager Fredi Bobic. Den Grund liefert der Bundesligist mit Beweisbild auf seiner Homepage: Kulig schläft in Bettwäsche des VfB. «Der attraktive Mittelfeldmotor der deutschen Damen» hole sich seine «Energie in VfB-Bettwäsche zurück», freut sich der Schwaben-Club. Beim 1. FC Köln drückt Keeper Michael Rensing seiner Kollegin Nadine Angerer aus speziellem Grund die Daumen: Er trainierte in der Jugend zusammen mit der aktuellen Auswahlkeeperin.

Sag «Ja» zur Frauen-WM? «Wann immer es meine Zeit zulässt, schaue ich mir die Spiele am Fernseher an», sagte Meistertrainer Jürgen Klopp. «Der Fußball, der hier geboten wird, ist attraktiv und sehenswert», meinte der Coach von Borussia Dortmund. BVB-Präsident Reinhard Rauball, zugleich Präsident des Ligaverbandes, lobte ebenfalls die Entwicklung des früher oftmals belächelten Frauen-Fußballs. «Zu Beginn der WM gab es viele enge Ergebnisse. Das ist ein Zeichen für gewachsene Qualität in der Breite.»

Eine enorme Entwicklung hat auch Mirko Slomka ausgemacht. Er weiß, wovon er redet: Zu früheren Zeiten hatte der jetzige Trainer von Hannover 96 schon des öfteren Testspiele mit Männer-Teams gegen die deutsche Frauenauswahl bestritten. «Natürlich ist es nicht das Top-Niveau wie wir es von uns Männern kennen, aber sie sind in ihrer Abteilung die besten», meinte Bayern-Profi Schweinsteiger. «Sie haben sich derartig verbessert, dass ich dem nur Bewunderung abnötigen kann», betonte Ex-Profi und -TV-Experte Günter Netzer.

Spätestens vom Halbfinale an will sich auch Schalkes Manager Horst Heldt davon überzeugen und mit den deutschen Damen mitfiebern. «Die deutschen Fußball-Frauen haben eine Menge geleistet, und ich hoffe, dass sie zum dritten Mal in Folge Weltmeisterinnen werden.» Zweifel hat der neue alte Bayern-Coach Jupp Heynckes daran nicht: «Die Silvia Neid, die wird das schon hinkriegen, dass wir wieder Weltmeister werden.» Und so sieht's auch sein Spieler. «Ihr steht kurz vor dem größten und wichtigsten Triumph im Sport - das packt ihr», sagte Lahm der «Bild am Sonntag». dpa