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Japans Spielerinnen müssen mehr schießen, so ihr Trainer Sasaki. Foto. dpa
japan © dpa
08.07.2011

Japan-Coach Sasaki: Mehr essen und mehr schießen

WOLFSBURG. Der Olympia-Vierte Japan fordert Gastgeber Deutschland im WM-Viertelfinale heraus. Trotz Nachteilen bei der Körpergröße rechnen sich Nippons technisch starke Fußball-Frauen gute Chancen aus. Auch Trainer Sasaki verbreitet Optimismus mit Humor.

Mit Humor geht für Noria Sasaki alles besser. Japans Trainer bereitet seine Fußball-Frauen mit kecken Sprüchen und klaren Analysen auf das WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Deutschland vor. «Ich habe meine Spielerinnen aufgefordert, mehr zu essen, damit sie noch wachsen», scherzte der 53-Jährige. Die Frage, mit welcher Taktik sein Team auf die überlegene Athletik der deutlich größeren DFB-Frauen an diesem Samstag (20.45 Uhr) in Wolfsburg reagieren wird, dürfte der Schlüssel zum Erfolg sein.

«Wir wollen japanisch spielen, dann können wir auch gewinnen», erklärte Sasaki. Japanisch spielen heißt, mit schnellen und präzisen Ballstafetten den Gegner über die Außenpositionen unter Druck setzen. Das Konzept brachte die «Nadeshiko» (Prachtnelke) genannte Auswahl bereits bis ins WM-Viertelfinale. Die Blütezeit soll weitergehen, auch wenn nach zwei Siegen gegen Neuseeland (2:1) und Mexiko (4:0) das 0:2 gegen England ein Rückschlag für Nippons Töchter war.

«Wir haben daraus unsere Lehren gezogen. Wir müssen mehr schießen, sonst haben wir keine Chance», berichtete Sasaki. Seine technisch sehr gut ausgebildeten Spielerinnen versuchen zu oft, den Ball ins Tor zu tragen. Die Torschuss-Übungen standen deshalb auch bei den Trainingseinheiten am Donnerstag und Freitag im Porsche-Stadion im Mittelpunkt. Der Jubel war entsprechend groß, wenn ein gefühlvoller Heber, ein raffinierter Schlenzer oder ein strammer Schuss ins Schwarze trafen.

«Ich kenne die deutschen Spielerinnen ganz gut. Wir haben jede Kombination analysiert, wir können gewinnen», erklärte Kozue Ando. Die Bundesligaspielerin vom FCR Duisburg besitzt ebenso wie ihre Offensiv-Kollegin Yuki Nagasato (Turbine Potsdam) Insiderwissen über die DFB-Frauen. Beide Vertretungen logieren in Wolfsburg im selben Hotel. «Man sieht sich auf den Gängen, aber direkten Kontakt haben wir nicht», sagte Ando.

Ein Sieg hätte für die Wahl-Duisburgerin eine besondere Bedeutung. Ando wird am Samstag 29 Jahre alt. «Ich möchte natürlich einen schönen Geburtstag feiern und mit den Fans feiern», sagte die Offensivspielerin. Ihre Kollegin Nagasato versprach Tore, doch die Abwehr der DFB-Auswahl sollte auch auf Homare Sawa aufpassen. Sie führt derzeit mit drei Treffern die WM-Torschützenliste an.

Dass rund 24 000 Fans den Gegner lautstark unterstützen werden, bereitet Sasaki kein Kopfzerbrechen. «Ist das nicht eher für die Deutschen ein Problem? Sie stehen unter Druck und müssen gewinnen. Wir sind die Herausforderer», erwiderte er schlagfertig. «Zudem haben wir schon öfters in China gespielt. Von daher kennen wir solche Kulissen.» dpa