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Japans Frauen-Nationalelf zählt zu den Favoriten dieser Weltmeisterschaft. Foto: dpa
japan © dpa
04.07.2011

Japans «Prachtnelken» noch nicht in voller Blüte

AUGSBURG. Im Spitzenspiel zwischen Japan und England geht es nicht nur um den Gruppensieg in der Gruppe B. Noch mehr Gewicht erhält die Partie, weil die deutschen Frauen im Viertelfinale aller Voraussicht nach auf eine der beiden Mannschaften treffen.

England gegen Japan - beim Finale der Vorrunden-Gruppe B geht es für beide Mannschaften auch um eine mögliche Hauptrolle bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Je nach Ausgang ihres WM-Vorrundenspiels am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF und Eurosport live) in Augsburg könnten beide Teams im Viertelfinale auf die deutsche Mannschaft treffen - ausverkauftes Haus und hohe TV-Einschaltquoten garantiert.

Wie kaum ein anderes Team hat Japan um die Potsdamerin Yuki Nagasato bisher überzeugt und mit rasantem Angriffs-Fußball zum zweiten Mal nach 1995 das Viertelfinale erreicht. Erst wurden die unbequemen Neuseeländerinnen 2:1 besiegt, dann wurde Mexiko beim 4:0 regelrecht auseinandergenommen. Doch obwohl seine «Nadeshiko» (Prachtnelke) sogar schon als möglicher Anwärter auf den WM-Thron gehandelt wird, bleibt Trainer Norio Sasaki bescheiden. «Es ist eine Ehre, dass man uns zu den Titelkandidaten zählt.»

Doch so viel asiatische Zurückhaltung sollte nicht nur England, das nach dem Auftakt-Punktverlust gegen Mexiko noch ums Weiterkommen bangen muss, sondern auch den möglichen Viertelfinal-Gegner Deutschland nicht täuschen. «Bei 100 Prozent der Leistungsfähigkeit sind wir noch nicht angekommen», hofft Sasaki auf eine weitere Steigerung seiner Auswahl um Dreifach-Torschützin Homare Sawa.

Angesichts des Lobes von Mexikos Coach Leonardo Cuéllar, der den Asiatinnen gegen England angesichts der eigenen Ambitionen die Daumen drücken wird, dürften bei den künftigen WM-Gegnern Japans die Alarmglocken schrillen. «Japan ist ein hervorragendes Team und wird um den Titel mitspielen.»

Doch erst einmal bekommt es die «Nadeshiko» mit Vize-Europameister England zu tun. Alles andere als überzeugend präsentierten sich die «Three Lionesses» bislang, erst patzte Torhüterin Karen Bardsley gegen Mexiko, dann musste England gegen Außenseiter Neuseeland einen Rückstand wettmachen. «Wir haben anscheinend Spaß daran, uns die Arbeit selber schwer zu machen», klagte Coach Hope Powell.

Gegen Japan ist nun aber Zaudern endgültig verboten. Eine Niederlage und ein gleichzeitiger hoher Sieg Mexikos gegen Neuseeland könnten für die Auswahl um Kelly Smith sogar das peinliche Aus in der Vorrunde bedeuten. Und wenn nicht, dann könnte auch England am kommenden Samstag als Viertelfinal-Gegner der deutschen Frauen auflaufen. dpa