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Sponsoren wollen demFußball trotz zunehmenden Gewaltexzessen treu bleiben.
Sponsoren wollen demFußball trotz zunehmenden Gewaltexzessen treu bleiben. © DPA
03.11.2011

Trotz Gewaltexzessen: Fußball-Sponsoren bleiben am Ball

Berlin (dpa) - Der deutsche Profi-Fußball muss nach Ansicht der Sponsorenvereinigung S20 vorerst nicht den Verlust von Geldgebern nach den jüngsten Gewaltexzessen von Fans befürchten.

«Es gibt keine Tendenzen, dass es einen konkreten Rückzug gibt. Auf jeden Fall nicht bei den Sponsoren, die wir in unserer Vereinigung vertreten», sagte S20-Geschäftsführer Josef Stadtfeld der Nachrichtenagentur dpa. Das Thema «Gewalt im Sport» ist dennoch für die Sponsoren ein sehr wichtiges.

In der Interessenvereinigung S20 sind derzeit 19 Unternehmen zusammengeschlossen, unter anderen Konzerne wie die Telekom, die Deutsche Post, Adidas oder die REWE Group. Etwa zwei Drittel der Mitglieder sind im Fußball engagiert.

Die S20 sei schon seit längerem in Gesprächen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und einzelnen Vereinen, «um das Thema zumindest einmal einzugrenzen und aus Sponsorensicht zu artikulieren». In die Diskussion um akute Maßnahmen, wie der zunehmenden Gewalt begegnet werden kann, sind die Sponsoren aber nicht einbezogen. «Da stellt sich erst einmal das Thema Verhinderung und weniger das Thema Prävention. Da halte ich die Sponsoren nicht in erster Linie stehend», betonte Stadtfeld.

Ein einheitliches Vorgehen in der Vereinigung, wie Sponsoren auf die Ausschreitungen reagieren können, ist noch nicht abgestimmt worden. «Jedes Unternehmen entscheidet zunächst einmal für sich selbst», sagte Stadtfeld, «dies können monetäre Maßnahmen sein. Viele andere Möglichkeiten hat der Sponsor ja nicht».

Eine Idee sei eine Klausel, wie sie Unternehmen bereits in Bezug auf mögliche Doping-Fälle in Sponsoringverträgen festgeschrieben haben. Bei Doping-Fällen werden Zuwendungen gekürzt und fließen in einen Fonds zur Doping-Bekämpfung. Ähnlich könnte dies in Sachen Gewalt aussehen. «Wenn denn Geld zurückgezogen wird, dann müsste das Geld nicht zurück zum Unternehmen fließen, sondern wird in irgendeiner Art und Weise eingesetzt, um entsprechend Gewalt zu verhindern», sagte Stadtfeld. Er betonte, dass dies aber nicht abschließend in der S20 besprochen worden sei.