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© Symbolbild dpa
26.02.2017

Verletzte und fast 100 Festnahmen bei Fan-Ausschreitungen

Berlin (dpa) - Vor dem Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Hertha BSC im Olympiastadion ist es in Berlin-Moabit zu massiven Zusammenstößen von Fans beider Mannschaften gekommen. Sechs Verletzte wurden am Samstag ins Krankenhaus gebracht, knapp 100 Beteiligte festgenommen und mit Stadionverboten belegt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Demnach begegneten sich die Kontrahenten gegen 13.00 Uhr. Die maskierten Schläger attackierten einander mit Flaschen, Bierkisten, Schlagwerkzeug, Stühlen und Feuerwerkskörpern. Als die ersten Streifenwagen eintrafen, stürmten etwa 60 Randalierer auf die Polizisten los. Die zogen daraufhin ihre Dienstwaffen und entgingen wohl nur so körperlichen Übergriffen.

Um etwa 13.30 Uhr hatte die Polizei die Lage unter Kontrolle, setzte die noch anwesenden Beteiligten fest und verfolgte Randalierer, die auf der Flucht zwei Streifenwagen beschädigten. Die Polizei nahm 96 Beteiligte fest und sprach sowohl Platzverweise als auch Stadionverbote aus. Rettungskräfte brachten sechs Verletzte in Krankenhäuser; einer von ihnen musste stationär behandelt werden.

73 aus Hessen stammende Festgenommene brachte die Polizei nach Aufnahme der Personalien zu einem Anlaufpunkt nahe dem Olympiastadion und übergab sie Frankfurter Fan-Betreuern, die ihre Heimreise koordinieren sollten. Unklar war zunächst, ob die Besucher aus Hessen gezielt einen Treffpunkt von Hertha-Fans angesteuert hatten oder es sich bei den Krawallen um eine verabredete Schlägerei zwischen Hooligans handelte.

Oppositionspolitiker zeigten sich bestürzt. Der innenpolitische Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, verurteilte die Vorfälle «auf das Schärfste», forderte lebenslange Stadionverbote und dankte den Polizisten. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja twitterte, Gewalt habe im Sport nichts verloren.