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Schwedens Frauen-Nationalelf zählt zu den Favoriten dieser WM. Foto: dpa
schweden © dpa
08.07.2011

«Wir sind bereit»: Schwedens Frauen wollen mehr

AUGSBURG. Drei Siege in drei Spielen: Schwedens Fußball-Frauen haben sich bei der WM zu einem Titelanwärter gemausert. Bei einem Viertelfinal-Sieg gegen Australien winkt Lotta Schelin und Co. möglicherweise ein Duell gegen Deutschland. Auch davor hätten die «Tre Kronors» keine Angst.

Energisch, eiskalt und extrem erfolgreich: Dank eines bislang nahezu perfekten WM-Auftritts sind Schwedens Fußball- Frauen zu einem heißen Titelkandidaten aufgestiegen - und zum möglichen Stolperstein für das deutsche Team. «Angst haben wir nicht. Wir sind bereit», blickte Schwedens Stürmerstar Lotta Schelin schon einmal selbstbewusst auf ein eventuelles Halbfinale gegen den Titelverteidiger. Doch dafür müssen die Skandinavierinnen am Sonntag (13.00 Uhr) erst einmal die Viertelfinal-Hürde Australien nehmen.

«Auch die Australierinnen sind ein gutes Team», warnte Schelin, die bei der WM zwar noch ohne eigenen Treffer ist, im Gegensatz zu anderen Stars aber durchaus überzeugen konnte. Die Rollen vor der ausverkauften Partie in Augsburg sind klar verteilt: Anders als in ihrem letzten Vorrundenspiel, bei dem Schelin und Co. mit dem 2:1 gegen Titelanwärter USA dem schweren Brocken Brasilien aus dem Weg gingen, sind die Schwedinnen gegen die «Matildas» klarer Favorit.

Drei Spiele, drei Siege - als einziges Team neben Brasilien und Deutschland verbucht die Auswahl von Trainer Thomas Dennerby bislang eine makellose Bilanz. Dabei überzeugten die kampfstarken und energischen Schwedinnen vor allem mit ihrer Effizienz: Gegen Kolumbien und Nordkorea reichte jeweils ein Tor zum Sieg. Dass die Stürmerriege um Schelin - abgesehen von einem Treffer - noch Ladehemmung hat, ist für Dennerby kein Problem: «Wer die Tore erzielt, ist mir egal.» Gegen Nordkorea und die USA sprangen die Mittelfeld-Akteure in die Bresche.

Wie schon 2007 steht Australien im Viertelfinale, und vor allem der Erfolg gegen Norwegen hat den «Matildas» Mut gemacht. «Wir sind vielleicht noch nicht in der absoluten Weltspitze», sagte Trainer Tom Sermanni. «Aber wir haben gezeigt, in Zukunft können wir große Mannschaften schlagen.» Stürmer-Wunderkind Kyah Simon, die mit ihren beiden Toren den Olympiasieger von 2000 fast im Alleingang besiegte, setzt auf das australische Kämpferherz. «Wir sind bereit, uns der Herausforderung zu stellen. Auf jede Gegenwehr werden wir mit 100-prozentigem Einsatz antworten», kündigte die 20-Jährige an. dpa