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Architektonische Kunstwerke sind nur ein Teil, der das bunte Leben einer Stadt ausmacht.
Architektonische Kunstwerke sind nur ein Teil, der das bunte Leben einer Stadt ausmacht.
Der regionale Einzelhandel trägt zum lebenswerten Stadtbild bei.
Auch der kleine Stoffladen von nebenan profitiert von einer guten Selbstdarstellung und Vernetzung.
31.05.2017

Was macht eigentlich der regionale Mittelstand?

Für eine Stadt sind es meist die kleinen und mittleren Unternehmen, die wirtschaftlich interessant sind. Sie bringen neue Arbeitsplätze und zahlen in der Regel fleißig ihre Steuern. Dabei können diese Unternehmen mit etwas Glück auch auf Unterstützung hoffen.

Initiativen für den Mittelstand

Während es in einigen Städten Zusammenschlüsse der Handelsunternehmen gibt, die dadurch gemeinsam gegenüber der Kommune ihre Interessen vertreten und sich besser ihren Kunden präsentieren können, stehen die Unternehmen in anderen Städten noch jedes für sich da. Dabei haben auch die Zusammenschlüsse eine Schattenseite. Denn in solchen Fällen ist von jedem teilnehmenden Geschäft ein Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Für kleine oder ganz junge Unternehmen ist dies bereits eine hohe Hürde. Dennoch müssen diese jungen Unternehmen nicht gänzlich ohne Netzwerk dastehen.

Die Offensive Mittelstand ist eine weitere Option, durch einen Zusammenschluss der Wirtschaftsunternehmen den Mittelstand zu stärken. Hierbei werden keinerlei verpflichtenden Mitgliedsbeiträge erhoben. Die teilnehmenden Partner arbeiten ehrenamtlich und müssen zwei Ansprechpartner benennen, die die Moderation und Netzwerkkoordination übernehmen.

Das gemeinsame Handeln und gegenseitige Fördern steht bei der Offensive im Vordergrund. Durch gemeinsame Aktivitäten wird der Handel von außen stärker als eine Einheit wahrgenommen.

Aber auch den jüngsten Unternehmen kann noch einmal extra mehr Aufmerksamkeit zu teil werden. Über Startupspot wird den frisch gegründeten Unternehmen eine Plattform geboten sich vorzustellen. Sichtbarkeit und Vernetzung wird somit gefördert.

Aber auch direkte Startup-Hilfen sind vor Ort, die bei der Suche nach geeigneten Büroräumen und der richtigen Ausstattung unterstützen. Steuerrechtliche Fragen, Lösungen zur Buchhaltung oder Unterstützung bei der Zielgruppenanalyse und Standortauswahl gehören zu den Basics der verschiedenen Inkubatoren, Acceleratoren und Gründerzentren des Landes.

Welche dabei zu den Wichtigsten gehören wird auf techtag.de dargestellt. Für jede Region sowie Großregion sind dort die entsprechenden Institutionen samt Träger aufgelistet. Die Besonderheiten und das Leistungsspektrum werden umrissen. Ebenso wird klar herausgestellt, mit welchem Zeitraum bei der Inanspruchnahme der Unterstützung gerechnet werden muss. Von wenigen Wochen über individuelle Vereinbarungen bis hin zu mehreren Monaten werden Gründer dann im Folgenden bei ihrem Vorhaben unterstützt.

Lokalschatz: Die Initiative in Pforzheim

Auch wenn es in der Großregion oder gar bundesweit eine Vielzahl an initiativen und Offensiven zur Unterstützung junger und mittelständischer Unternehmen gibt, lohnt sich der Blick auf die eigne Region. Denn auch in Pforzheim und Umgebung hat sich ein Portal etabliert, das den hier ansässigen Unternehmen eine Plattform zur Selbstdarstellung und Vernetzung bietet.

Als Online Schaufenster gibt das Portal „Lokalschatz“ den Unternehmen im Internet ein Gesicht. Selbst wenn die meisten Unternehmen auch über eine Unternehmenswebseite verfügen, werden sie hier gebündelt mit andern Unternehmen präsentiert. Somit gerät das Unternehmen auch in den Blick eines Kunden, wenn es möglicherweise bis dahin gar nicht bei diesem im Bewusstsein verankert war.

Außerdem kann hier auch gezielt für bestimmte Produkte geworben werden, was bei den anderen Initiativen und Offensiven nicht die Regel ist. Das Motto „Online bummeln – lokal einkaufen“ ist mittlerweile fest etabliert.

Der ursprüngliche Gedanke bei der Gründung dieser Plattform war, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Denn die Entwicklung geht dahin, dass bereits 83 Prozent der Internetnutzer online einkaufen. Der Gedanke Internet mit lokalen Geschäften zu verknüpfen lag da auf der Hand. Mit Lokalschatz können die Kunden nun online ihre Produkte bestellen oder reservieren und im Anschluss vor Ort beim Lokalhändler abholen. Somit profitieren Händler und Kunden gleichermaßen. Denn durch die Unterstützung der lokalen Händler werden meist gelichzeitig die Infrastruktur und die Aufenthaltsqualität vor Ort gestärkt.

Erfahrungen des regionalen Mittelstands

Dass die Umsetzung des Konzepts funktioniert, zeigen auch die Erfahrungen der regionalen Unternehmen. Gartencenter Streb fühlt sich von der Idee durch Lokalschatz unterstützt. Auch wenn der Betrieb anmerkt, dass es gar nicht so leicht sei, die Pflanzen im Internet adäquat zu präsentieren. Über die Bilder im Internet kommen die Pflanzen nicht so gut zur Geltung, wie vor Ort im Betrieb. Unvorteilhafte Lichtverhältnisse, Farbverfälschungen durch den Bildschirm oder fehlendes Ambiente können nicht das Einkaufserlebnis vor Ort ersetzen. Die bunte Pflanzenwelt muss mit den eigenen Sinnen erlebt werden.

Doch letztendlich kommen dadurch mehr Interessenten, die den Betrieb kennen und schätzen lernen. Immerhin legt der Betrieb Wert auf hochwertige Produkte und einen aufwendigen Service, Beratung ist damit inklusive.

Auch das Stoffhaus Tippel profitiert von dem Angebot der Plattform. Als langjähriger Experte rund um das Thema Stoff hat sich der Laden bereits über die Jahre hinweg einen guten Ruf aufgebaut. Drei seiner vier Filialen sind allerdings in Bayern beheimatet. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die vierte Filiale in Pforzheim sehr gut angenommen wird.

Dieser Glücksfall für die Stadt ist letztendlich der Ehefrau des Ladeninhabers zu verdanken, denn sie kommt aus dieser Gegend und hat die Standortwahl mit zu verantworten.

Und die Anzahl der profitierenden Unternehmen wächst weiter. Von kleinen Händlern wie „VOM FASS“ über Inhaber geführte Läden wie „Uggahh! BikeService“ bis hin zu den richtig Großen wie Sparkasse oder Volksbank sind alle Branchen vertreten.

Die Entwicklung des regionalen Mittelstands kann somit derzeit als positiv bewertet werden. Dabei sollte niemand der Versuchung verfallen sich auf den erarbeiteten Lorbeeren auszuruhen. Hin und wieder sollte auch weiterhin ein kritischer Blick auf die aktuelle Unternehmersituation geworfen werden, um dafür zu sorgen, dass der regionale Einzelhandel auch für die Zukunft gut aufgebaut bleibt.

Bildquelle:

Pixabay.com, ©strecosa CC0-Lizenz

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