Die Moderatorin Frauke Ludowig bei der ersten Sendung von «Explosiv Telegramm» - dem Vorläufer des RTL-Magazins «Exclusi
Die Moderatorin Frauke Ludowig bei der ersten Sendung von «Explosiv Telegramm» - dem Vorläufer des RTL-Magazins «Exclusiv - Das Starmagazin» (1994). Foto: TVNOW

Frauke Ludowig: Geschichten eine Relevanz einhauchen

«Viele Prominente machen mittlerweile mit ihrer Instagram-Seite ihr eigenes Promi-Magazin - was ich aber nicht als Fluch empfinde, sondern teilweise sogar als absoluten Segen», sagte Ludowig (55) der Deutschen Presse-Agentur.

Der Star erzähle die News, und sie könnten die Geschichte weitererzählen - der Zuschauer suche am Ende doch nach Einordnung der Neuigkeiten, sagte die Redaktionsleiterin Ludowig. «Wenn gerade eine Top-Promi-News auf dem Markt ist, und der Promi hat sie selbst verkündet - Beispiel Heidi Klums Verlobung an Weihnachten - dann merkt man in den nächsten Tagen, dass das Interesse an «Exclusiv» noch mal so groß ist - weil von uns noch mehr dazu erwartet wird.»

Am 2. Mai 1994 startete - mit Ludowig vor der Kamera - die Sendung, die da noch «Explosiv Telegramm» hieß und ein Ableger von «Explosiv - Das Magazin» war. In nunmehr 7284 Sendungen drehte es sich RTL zufolge seitdem um mehr als 800 nationale und 300 internationale Stars. Die Sendung sei der Beweis dafür, dass es beim Promijournalismus um mehr gehe als um «Gossip», meinte Michael Wulf, Geschäftsführer der RTL-Produktionstochter infoNetwork in einer Mitteilung.

«Wir schwimmen mit unseren Themen in eher seichten Gewässern, daher muss es uns gelingen, auch diesen Geschichten eine Relevanz einzuhauchen», erklärte Ludowig. Man müsse das Talent und Spaß daran haben, gute Geschichten zu erzählen - und den Biss, immer wieder Neues herauszufinden. Sie brenne dafür wie am ersten Tag. «Ich stehe morgens auf und sage, ich will heute die beste Sendung machen, die ich jemals gemacht habe. Das gelingt nicht immer, aber ich möchte es gerne.»

Freundschaften mit Prominenten pflege sie grundsätzlich nicht. Sie sei mit sehr vielen gut bekannt, kenne und schätze viele. «Ich möchte aber nach wie vor eine auch kritische und professionelle Distanz haben», erzählte die 55-Jährige, deren Moderationsvertretung Bella Lesnik ist. «Nichts wäre schlimmer, als wenn Menschen sagen würden: Ach, die Ludowig, die ist mit allen gut befreundet - da finde ich sowieso kein negatives Wort über XY.»

Viele verorteten die Moderatorin, der auf Instagram rund 248.000 Menschen folgen, selbst in dieser Welt, aber: «Ich bin immer auch gerne ein bisschen Zaungast geblieben. Es ist nicht meine Welt - ich berichte darüber.» Ihr eigenes Leben sei nicht glamourös. «Ich habe ein ganz tolles Leben, aber es ist deshalb toll, weil es normal ist.» Sie habe zwei wunderbare Kinder im Teenageralter, eine Familie und könne trotzdem ihren Beruf ausüben.

Im Schnitt 1,93 Millionen Zuschauer schalteten 2018 die 15-minütigen werktäglichen Ausgaben ein, ein Marktanteil von 10,1 Prozent. Neben den Sendungen montags bis freitags (18.30 Uhr) gibt es seit 1998 sonntags noch «Exclusiv Weekend».