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Bewegungsspuren: Sibylle Burrer hat dem tanzenden Paar eine Fotografie des Technischen Rathauses zugrunde gelegt. Foto: Meyer
Bewegungsspuren: Sibylle Burrer hat dem tanzenden Paar eine Fotografie des Technischen Rathauses zugrunde gelegt. Foto: Meyer
Karin Helms hat das Thema „Ich UND Du“ mit Komplementärfarben bearbeitet und zarte Begegnungen ausgelotet. Foto: Meyer
Karin Helms hat das Thema „Ich UND Du“ mit Komplementärfarben bearbeitet und zarte Begegnungen ausgelotet. Foto: Meyer
Magisch blicken die Augen auf Rosemarie Kraus’ Arbeit den Betrachter an und fordern ihn zum Zwiegespräch auf. Foto: Meyer
Magisch blicken die Augen auf Rosemarie Kraus’ Arbeit den Betrachter an und fordern ihn zum Zwiegespräch auf. Foto: Meyer
In Ute Morofs Aquarellen begegnen  Linien der Fläche, der Bildgrund wird zum Zwischenraum. Foto: Meyer
In Ute Morofs Aquarellen begegnen Linien der Fläche, der Bildgrund wird zum Zwischenraum. Foto: Meyer
07.12.2018

20 Künstler setzen sich in Raphael-Kirche mit Thema „Ich UND Du“ auseinander

Pforzheim. Wie gestalten wir „Ich UND Du“, wenn wir das Dazwischen in den Mittelpunkt stellen? Was entsteht zwischen Eltern und ihrem Kind, bei einem Liebespaar, bei Geschäftspartnern, zwischen Arzt und Patient, Künstler und seinem Bewunderer?

Das kann Liebe sein, Distanz, Ehrfurcht, Fürsorge, Inspiration oder auch einfach Zufall. Diese Gedanken sind Grundlage und Inspirationsquell für die neue Ausstellung. 20 Künstler haben Zwischenräume auf ganz unterschiedliche Weise ergründet: mal expressiv, farbenfroh und laut, dann wieder ganz verhalten und reduziert. Knapp 30 Malereien, Zeichnungen, Plastiken und Objekte sind jetzt in der Raphael-Kirche an der Turnstraße zu sehen.

Die Ausstellung wird am morgigen Sonntag um 11.45 Uhr eröffnet. Die Christengemeinschaft hat dort seit der Eröffnung des architektonisch spannenden Sichtbeton-Baus im Jahr 2005 schon 40 Ausstellungen realisiert, auch mit namhaften Vertretern wie Peter Jacobi und Dean Glandon. Die in Wurmberg arbeitende Künstlerin Monika Ziemer kuratiert sie seit 2016, nachdem sich Harald Kröner aus dem Team verabschiedet hatte. Ziemer begreift das Thema als „eine Expedition in ein zwar erlebtes, aber wenig bewusstes Gebiet“. Zwar sind auch bei der aktuellen Gruppenausstellung nicht nur Mitglieder der knapp 200 Köpfe zählenden Gemeinde beteiligt. Dennoch lassen viele Werke einen anthroposophischen Charakter erkennen. „Eine künstlerische Auseinandersetzung beim Arbeiten an sich“ gehöre bei vielen eben dazu, sagt Ziemer.

Die Künstlerin Zopfmaid lässt in ihrer innigen Papierarbeit zwei Menschen einander mit geschlossenen Augen umarmen. In Ute Morofs im Treppenhaus gehängten, sensiblen Aquarellen begegnen sich lineare und malerische Elemente so, dass sie den Bildgrund als Zwischenraum aktivieren. Die eindringlich blickenden Augen auf Rosemarie Kraus’ Arbeit ziehen den Betrachter in ihren Bann und bauen eine Beziehung zu ihm auf. Karin Helms verschmilzt vier Quadrate, zwei mehr blau, zwei mehr gelb, mit vielen Nuancen zu einer neuen Einheit.