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Hingucker in der Galerie: Toll gestaltete Postkarten der Aktion „danach“ setzen sich mit der Pandemie auseinander.  Foto: Moritz 

23 Kreative stellen im Artort-Kunstraum aus - Teilerlös kommt „Menschen in Not“ zugute

Pforzheim. Flexibilität ist in diesen Zeiten wahrlich Trumpf. Eigentlich hätte Gabriele Münster am Dienstag die Benefiz-Verkaufsausstellung „why not“ in ihrem Dillweißensteiner Artort-Kunstraum eröffnet – und dann die Tage bis Samstag genutzt. Nachdem aber der ab morgen greifende Lockdown verkündet wurde, hat sie über E-Mail-Verteiler und Soziale Netzwerke die Werbetrommel gerührt und startete schon am Montag spontan. Nun bleibt Kunstfreunden nur noch der Dienstag, um zwischen Malerei, Collagen. Fotografie, Druckgrafik, Plastiken und Vielem mehr zu stöbern. Die Werke können unter den gängigen Hygiene-Bedingungen angeschaut werden, es besteht Maskenpflicht.

„Ich bin gerne flexibel, frage mich aber: Sind es die Kunden auch?“, denkt Münster nach. Am Montag zumindest sei das Interesse noch verhalten gewesen. Auch wenn sie schon vor der Eröffnung gleich zwei Arbeiten verkaufen konnte, weil ihr Schaufenster an der Hirsauer Straße 124 die Blicke von Passanten angezogen hatte. „Es ist schön, wenn man wahrgenommen wird“, sagt die Kuratorin.

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Figuren in Bewegung: Kuratorin und Ausstellungsorganisatorin Gabriele Münster präsentiert eine ihrer eigenen Arbeiten. Foto: Moritz

Mit den 23 ausstellenden Künstlern hat sie vereinbart, dass zwischen zehn und 20 Prozent des Erlöses an die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ und das Christliche Hospiz in Pforzheim gehen. Münster spende stets für „Menschen in Not“, auch gemeinsam mit anderen Kreativen im Rahmen der beliebten kip-Märkte, die in diesem Jahr jedoch pandemiebedingt nicht stattfinden konnten. Ihre Devise: „Wenn es einem selbst gut geht, muss man etwas weitergeben.“ Und es gebe eben Viele, die noch mehr in Not seien als so manche vom Corona-Jahr gebeutelten Künstler.

Ihnen dient die Ausstellung als zusätzliche Verkaufsplattform und ihnen überließ Münster auch die Preisgestaltung. Bereits für 15 Euro gibt es Kalligrafie-Drucke von Claudia Reutter und für 35 Euro schöne Holzobjekte von Kathleen Kilchenmann und der Kuratorin selbst. Ebenso kann man Postkarten der Aktion „danach“ erwerben (ab zehn Euro). Mehr als 50 Künstler waren während des ersten Lockdowns im Frühjahr aufgerufen, auf ihren Karten umzusetzen, wie sie sich die Situation „danach“ vorstellen. Da hängen von einem Zweig im Artort-Kunstraum vielfältige Motive von lustig bis nachdenklich – und natürlich das Coronavirus selbst. Am oberen preislichen Ende finden sich mit 1100 Euro die Malereien des Karlsruher Künstlers Jochen Schambeck.

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An Pop Art angelehnt: großformatiges Frida-Kahlo-Porträt von Ulrike Seitz. Foto: Moritz

Iris Caren von Württemberg zeigt Fotografien in der ihr eigenen, verschwommenen Technik. Spannend auch das in Kambodscha entstandene Schwarz-Weiß-Foto „Moto Race“ von Rosemarie Strobel-Heck mit seinen Wolken-Ungetümen, das die PZ beim „Blende“-Wettbewerb mit dem dritten Platz in der Kategorie „Himmelsphänomene“ auszeichnete. Sehr ästhetisch und grafisch-geometrisch angelegt sind Harald Preißlers Arbeiten – mit bewusstem Stilbruch in goldenem Rahmen. Die häufig Videokunst betreibende Brigitte Neufeldt präsentiert Malereien. Monika Thiele, eigentlich für ihre Fadenkunst bekannt, stellt filigrane Zeichnungen aus. Typisch minimal dagegen die Tusche-Collage sowie die überarbeiteten Seriegrafien von Harald Kröner. Sylvia Witzenmann fasziniert mit den dichten Geweben ihrer „Brick Prints“ und einer Radierung.

Die Benefiz-Verkaufsausstellung im Artort-Kunstraum, Hirsauer Straße 124 in Pforzheim, ist am Dienstag von 11 bis 14 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Eventuell folgt eine weitere Öffnung nach dem Lockdown Mitte/Ende Januar.

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Die Ausstellenden

Kathleen Kilchenmann, Walter Knobelspieß, Harald Kröner, Andrea Lindstedt, Heribert Losert, Gabriele Münster, Constance Mürle, Brigitte Neufeldt, Wolfgang Nöldner, Helmut Oberst, Harald Preißler, Claudia Reutter, Heinz Rupp, Jochen Schambeck, Ulrike Seitz, Rosemarie Strobel-Heck, Monika Thiele, Iris Caren von Württemberg, Margit Valjak, Sylvie Witzenmann Irmgard Würth, Lothar Zull und Zopfmaid. Jeder Künstler präsentiert im Artort-Kunstraum meist drei Arbeiten.

Michael Müller

Michael Müller

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