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Berlinale-Chef Dieter Kosslick freut sich auf die kommende Berlinale. Foto: Kalaene
Berlinale-Chef Dieter Kosslick freut sich auf die kommende Berlinale. Foto: Kalaene
03.02.2016

Ab dem 11. Februar beginnt in Berlin das internationale Filmfestspiel „Berlinale“

Der rote Teppich vor dem Berlinale-Palast wird ausgerollt. Die Ticketschalter bereiten sich auf den Ansturm der Kinofans vor. „Wir haben Stars wie George Clooney, Jude Law, Isabelle Huppert, Channing Tatum, Colin Firth, Kirsten Dunst, Tilda Swinton, Julianne Moore und viele mehr, die die Leute von der Couch locken werden“, kündigt der Berlinale-Direktor und gebürtige Pforzheimer Dieter Kosslick (67) an.

Genau 434 Filme werden ab 11. Februar bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt. Weitere rund 700 Filme sind beim European Filmmarket für professionelle Filmeinkäufer zu sehen. Die internationale Jury unter Vorsitz der dreifachen Oscar-Gewinnerin Meryl Streep (66) entscheidet über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären. In der siebenköpfigen Jury sitzt auch Theater- und Filmschauspieler Lars Eidinger (40), wie Kosslick gestern bekanntgab.

Ins Bären-Rennen gehen 18 Filme aus aller Welt – unter anderem aus dem Iran, den USA oder Portugal. Erstmals nach vielen Jahren hat es nur ein originär deutscher Film in den offiziellen Wettbewerb geschafft: „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached. Darin spielt Julia Jentsch eine im 6. Monat schwangere Kabarettistin. Als sie und ihr Mann (Bjarne Mädel) erfahren, dass das ungeborene Kind das Down-Syndrom und einen Herzfehler hat, erwägt das Paar eine Abtreibung.

Der mit mehr als acht Stunden längste Wettbewerbsfilm der Festivalgeschichte kommt von den Philippinen: Regisseur Lav Diaz erzählt in „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“ vom Kampf seines Landes gegen die spanische Kolonialmacht Ende des 19. Jahrhunderts. Auch der Iran, der im vergangenen Jahr mit „Taxi Teheran“ von Jafar Panahi den Goldenen Bären holte, ist wieder im Wettbewerb. Anders als der regimekritische Panahi, der nicht nach Deutschland reisen durfte, wird Regisseur Mani Haghighi zur Vorstellung seines Films „A Dragon Arrives!“ („Ejhdeha Vared Mishavad!“) in Berlin erwartet.

Hilfe für Folteropfer

Die elftägige Berlinale gilt als das politischste der drei großen Filmfestivals Berlin, Cannes und Venedig. Erstmals rufen die Berliner Filmfestspiele jetzt direkt zur Hilfe für Flüchtlinge auf. Die Berlinale bittet zum ersten Mal in ihrer Geschichte um Spenden – für eine Initiative, die sich um traumatisierte Folteropfer kümmert.

Doch auch Glanz und Unterhaltung kommen nicht zu kurz. In der Bären-Konkurrenz ist „Genius“ mit Colin Firth, Jude Law und Nicole Kidman. Und zur Festivaleröffnung mit „Hail, Caesar!“ erwartet Kosslick auf dem roten Teppich die US-Regiebrüder Ethan und Joel Coen und ihren Hauptdarsteller George Clooney.