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Präsentieren ihre Arbeiten: Michèle Bellstedt, Sophia Marbs und Elina Wolff (von links) befassten sich mit „Duft in allen Facetten“. Nora Heuschmann gestaltete ein von der Natur inspiriertes Raumobjekt. 

Abschlussausstellung der Berufsfachschule für Goldschmiede eröffnet

Pforzheim. Kugeln mit beträufelbarem Filz, eine stilisierte Kakaoschote, kleine Flakons – „Duft in allen Facetten“ ist eines der Themen, mit denen sich die Berufsfachschüler für Goldschmiede in den vergangenen zwei Jahren befasst haben.

Es gibt in den Schaukästen im Foyer der Goldschmiedeschule an der. St.-Georgen-Steige aber auch viele kleine, aufwendig gestaltete Dosen zu sehen. Und natürlich die Lieblingsstücke: Anhänger, Colliers und Ringe. Ganz hinten hängen detailreiche Schmuckzeichnungen. Entlang der Treppen ins erste Stockwerk sind größere Objekte und Skulpturen ausgestellt.

Insgesamt rund 150 Arbeiten zeigen die 40 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen – von denen wohl alle eine Anschlusslehre gefunden haben. Sie eröffnen die Vernissage heute um 19 Uhr mit einer Schmuck-Show. Wie im vergangenen Jahr fungieren die Lehrer als Models. Motto der Schau: Heiligs Blechle.

Das empfinden Elina Wolff aus Amrum und Paula Schmidt aus Lübeck als durchaus naheliegend. Zum einen, wie sie sagen, wegen des puren Erstaunens darüber, wie schnell zwei Jahre in Pforzheim tatsächlich vergangen sind. Zum anderen: „Wir arbeiten viel mit Blech. Beim Silberschmieden ist fast alles aus einem glatten Blech entstanden.“ So absolvierten die Schüler ein CAD-Projekt, bei dem sie am Computer ein Schmuckstück entwarfen, das beim Pforzheimer Unternehmen C. Hafner in eine Metallform geplottet und an der Schule wieder in diversen Schritten aufgearbeitet und schließlich in Silber gegossen haben, erklärt Lehrer Peter Leibrock, mit Jörg Hammer einer der Werkstattleiter. „Vieles sieht oft einfach aus, ist es aber nicht“, sagt er mit Blick auf die Silberschmiedestücke.

Die Schülerinnen bestätigen das. In einer „Schrottvitrine“ zeigen sie daher zum Verdeutlichen von Geduld, Frustration und Durchhaltevermögen auch mal alles, was schiefgelaufen ist: Entwürfe, aus denen nichts wurde, und Berge an Zargen. „Ich habe gelernt, wie viel nur ein zehntel Millimeter ausmachen kann“, sagt Sophia Marbs aus Baden-Baden. Ansonsten schwärmt sie vom „lustigen Leben in der Werkstatt. Wir haben viel gesungen“. Die Berlinerin Michèle Bellstedt begeistert, wie viele Sondertechniken ihr die Schule vermittelt hat – vom Edelsteinschleifen bis zum Emaillieren. „Diese Vielfalt hatte ich nicht erwartet“, sagt sie im Rückblick.

Michael Müller

Michael Müller

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