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Anna Maria Kalesidis sorgt mit ihrem Sopran für schwebenden Raumklang. Sie tritt mit den Konzertmeistern und Stimmführern der Streichergruppen des Pforzheimer Theaterorchesters auf: Attila Barta und Deborah Spiegel (Violine), Tanja Haupt (Viola), Doreen Da Silva (Cello) und Klaus Dusek (Kontrabass), unter der Leitung von Diethard Stephan Haupt. Mathias Kohlmann bedient die Orgel. Foto: Tilo Keler
Anna Maria Kalesidis sorgt mit ihrem Sopran für schwebenden Raumklang. Sie tritt mit den Konzertmeistern und Stimmführern der Streichergruppen des Pforzheimer Theaterorchesters auf: Attila Barta und Deborah Spiegel (Violine), Tanja Haupt (Viola), Doreen Da Silva (Cello) und Klaus Dusek (Kontrabass), unter der Leitung von Diethard Stephan Haupt. Mathias Kohlmann bedient die Orgel. Foto: Tilo Keler
11.09.2018

Abschlusskonzert des Orgelsommers in der Herz-Jesu-Kirche

Pforzheim. Der hallige Breitbandklang in der Pforzheimer Pfarrkirche Herz Jesu forciert Vokal- und Instrumentalstimmen und entfaltet das in sich verschmelzende musikalische Liniengeflecht wie in einem Vergrößerungsglas.

Die zahlreichen Zuhörer beim Abschlusskonzert des diesjährigen Pforzheimer Orgelsommers begeisterten sich für ein solches Musikerlebnis. Das Programm offerierte „Virtuoses aus Barock und Klassik“. Das ausführende Solisten-Ensemble unter der Leitung von Diethard Stephan Haupt war prominent besetzt: mit der Sopranistin Anna-Maria Kalesidis, die schon in der Spielzeit 2015 am Stadttheater als Abigaille in Verdis Nabucco-Oper das Publikum begeistert hatte, mit dem Organisten Mathias Kohlmann sowie den Konzertmeistern und Stimmführern der Streichergruppen des Pforzheimer Theaterorchesters (Attila Barta und Deborah Spiegel, Violine; Tanja Haupt, Viola; Doreen DaSilva, Cello; Klaus Dusek, Kontrabass). Zwei umfangreiche Konzerte sowie drei geistlich-liturgische Kompositionen für Sopran und begleitendes Instrumental-Ensemble waren diesmal zu hören.

Freundlich helle Orgel-Registerfarben bestimmten die Wiedergabe von Giuseppe Sammartinis Konzert G-Dur für Orgel und Streicher. Mit Feuer und Geist interpretierte Kohlmann den Orgelpart des Einleitungssatzes und setzte damit die in der Satzbezeichnung „Spiritoso“ angedeuteten Klangeigenschaften um. Das folgende „Andante“ erfreute mit zurückhaltend zarten Tönen, das abschlie-ßende „Allegro“ präsentierte rasantes Laufwerk. Die Streichergruppe sorgte im farbintensiven Wechselspiel für Echo-Wirkungen und steuerte eine feine Klangkulisse bei, so dass sich barocke Pracht einstellen konnte. Die Wiedergabe des Orgelkonzerts in B-Dur von dem österreichischen Orgelvirtuosen und Komponisten Johann Georg Albrechtsberger, der ein Freund Haydns und Mozarts sowie Kompositionslehrer Beethovens war, zeichnete sich in den schnellen Ecksätzen durch den Silberglanz quirliger Skalen und im langsamen Mittelsatz durch eine breit ausgezogene, stimmungsvolle Melodie aus.

Das eigentliche Ereignis des Konzertabends aber war der himmlisch jubelnde Gesang, mit dem Anna Maria Kalesidis einen fantastisch schwingenden und schwebenden Raumklang erzeugte, wobei das warme Timbre ihrer von Streichern und Orgel getragenen Stimme mit glanzvollen Höhen und großem Ausdruck faszinierte. Joseph Haydns „Cantilena pro Adventu“ entfachten die Interpreten als gefühlsbetont-innige Bekenntnis- und Lobmusik für die Jungfrau Maria. Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „Salve Renia“ feierte die Sopranistin in klangschönen Jubel-Orgien die Himmelskönigin. Aus Georg Friedrich Händels „Gloria“ formte sie ein feierliches, Gott preisendes Gebet.