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Temperamentvolle Einheit: Viva Voce bringen das Publikum zum Tanzen. Foto: frommer
Temperamentvolle Einheit: Viva Voce bringen das Publikum zum Tanzen. Foto: frommer © frommer
01.02.2016

A-cappella-Formation Viva Voce im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Besser geht’s nicht: Die A-cappella-Formation Viva Voce aus Ansbach gastiert erneut im ausverkauften Kulturhaus Osterfeld. Und wieder wird die fünfköpfige Band euphorisch gefeiert. Die fünf Rampentiger – Heiko Benjes, Bastian Hupfer, David Lugert, Jörg Schwartzmanns und Mateusz Phouthavong – besitzen inzwischen 18 Jahren Bühnenerfahrung. Und jeder verfügt über eine außergewöhnliche Gesangsstimme, die von großer Ausstrahlung getragen ist. Doch erst bei der perfekt einstudierten Performance verschmelzen die Stimmen zu einem schillernden und faszinierenden Klangkörper.

Es sind vor allem die Medleys, mit denen Viva Voce auch diesmal sofort rasante Fahrt aufnimmt. Sie verquickten George Ezras Hit „Budapest“ gekonnt mit dem Coldplay-Titel „Sky Full of Stars“ und lassen das Ganze in die fußballdeutsche Hymne „Ein Hoch auf uns“ münden, die Tenor David Lugert mit einer kraftvollen Opern-Einlage à la Il Divo in unerwartete Höhen treibt. Aber Viva Voce covern keineswegs nur die Hits anderer Künstler, sondern brennen ein Feuerwerk eigener, meist humorvoller Songs ab.

Nach Benjes Song „Mein innerer Schweinehund“ steht das Publikum im Malersaal das erste Mal – und da ist das Konzert noch im ersten Drittel. Die Band demonstriert außergewöhnliche Vielfalt: Mal klingt ein Song, als stünde gerade Hubert von Goisern auf der Bühne, gleich darauf wird das Palastorchester mit Frontmann Max Raabe augenzwinkernd parodiert. Neben dem perfekt getroffenen Ton beeindruckt auch das Timing des Vortrags: Kein Song, keine Persiflage wird bis zum Geht-nicht-mehr ausgewalzt. Kaum eine Anspielung – von Queen über Elvis bis Avicii – wird länger als 20 Sekunden bemüht. Abwechslung und Spannung bestimmen den Auftritt – bis zum furiosen Abschluss. Für den hat sich das Quintett den Song „United States of Eurasia“ von Muse aufbewahrt. Nach euphorischen Schlussapplaus und Zugabe-Rufen folgt wieder ein Medley mit zündenden Hits wie „A la la Long“ (Inner Circle), „Die da“ (Fanta 4) und „I Like to Move It“ (Will I Am). Und natürlich tanzt der Saal.

Fazit: Diese A-cappella-Show kann von Viva Voce kaum mehr getoppt werden. Allenfalls in einem gemeinsamen Auftritt à la „Nacht der Stimmen“ mit der ähnlich innovativen Berliner Formation YeoMen …