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Der heute in Leinfelden-Echterdingen lebende Schmuckgestalter Robert Erik Elsässer bekommt bei „Lust auf Schmuck“ nicht selten Besuch von Stammkundinnen.
Der heute in Leinfelden-Echterdingen lebende Schmuckgestalter Robert Erik Elsässer bekommt bei „Lust auf Schmuck“ nicht selten Besuch von Stammkundinnen.
Bei trockener Witterung ließen sich viele Besucher auch von Andrea Wolf (links) ihre neueste Schmuckstücke zeigen.
Bei trockener Witterung ließen sich viele Besucher auch von Andrea Wolf (links) ihre neueste Schmuckstücke zeigen.
Kam von Zürich nach Pforzheim: die  Designerin Jessica Hess.  Recklies
Kam von Zürich nach Pforzheim: die Designerin Jessica Hess. Recklies
04.07.2016

Acryl trifft auf Eisen, Tierisches auf Klassisches - Designer zeigen Schmuck im Reuchlinhaus

Der erste Tag ist eher mau, der zweite aber laut dem Gros der Aussteller dann doch zufriedenstellend gewesen. Zum elften Mal fand im Reuchlinhaus die Schmuckverkaufsschau „Lust auf Schmuck“ statt und lockte – zumindest am Sonntag – eine stattliche Zahl von Schmuckliebhabern und -sammlern an.

Unter den knapp 50 Ausstellern, die sich in diesem Jahr mit den von ihnen entworfenen Ringen, Colliers, Ketten oder Armreifen sowie auch mit einer kleinen Auswahl an Wohnaccessoires präsentierten, fanden sich diesmal auch vier Schmuckdesignerinnen aus Zürich. Für drei von ihnen war Pforzheim alles andere als unbekannt. Sie hatten an der hiesigen Hochschule ihr Schmuckdesignstudium absolviert. So auch Jessica Hess, für die die Teilnahme „so etwas wie heimkommen war“. Was sie begeisterte: Einige der Besucher erinnerten sich sogar noch an ihren aus Kunststoff-Spielzeugtieren kreierten Schmuck, den sie während ihres Studiums entwickelt hatte und der bis heute in immer neuen Variationen entsteht. Tierisches hatte auch An-dreas Zidek aus Mannheim im Gepäck: Auf vielen seiner in kleinen Koffern präsentierten Schmuckstücken prangen winzige Insekten, die nach ihrem Ableben so noch einen glänzenden Auftritt haben.

Die meisten der bei der zweitägigen Schmuckschau vertretenen Schmuckgestalter stellen nur Einzelstücke her. So auch Robert Erik Elsässer, der sich seit zehn Jahren regelmäßig in Pforzheim präsentiert, und – einst hier lebend – heute in Leinfelden zu Hause ist. Dies nicht zuletzt, um auch mit seinen „in völliger Freiheit“ entworfenen Kreationen alte Kunden zu treffen. Eine von diesen ist Angelica Angeloch, die, „wie fast jedes Mal“, wie sie lachend zugab, „nicht widerstehen konnte“ und sich am Ende mit einer neuen Kette und Ohrringen auf den Heimweg machte. „Ich bin von den Stücken so begeistert“, frohlockte Angeloch, die bereits einige Stücke von Elsässer besitzt.

Für Christine Risch Ferreira, die mit ihren Kolleginnen Irene Bruckmann und Traudel Hennig seit Jahren die kleine aber feine Schmuckmesse organisiert, war die jüngste Auflage wieder gelungen, wenngleich die Zahl der Besucher durchaus etwas größer hätte ausfallen können. Wie immer habe man einige neue Aussteller nach Pforzheim geholt und auch dem Nachwuchs ein Forum geboten. Am Stand des ISSP war so einerseits Katrin Feulner mit ihrem preisgekrönten, jungen Eisenschmuck zu finden, andererseits Franziska Voigt, die ihren auf bunten Schachteln präsentierten Schmuck mittels eines 3-D-Verfahren herstellt. Janika Slowik, Studentin der Hochschule Pforzheim, zeigte noch vor der anstehenden Werkschau ihren Schmuck aus Acrylglas, während Kommilitonin Marleen Hecker Silberschmuck präsentierte und viel Anerkennung bekam.

Viele gute Gespräche haben die meisten Aussteller nach eigenem Bekunden mit den Besuchern geführt, wenngleich die Resonanz laut Reimund Ühle aus Steinegg „früher schon besser“ war – unabhängig von der Besucherzahl. Auch ein anderer Aussteller war etwas irritiert, dass die große Schmuckvielfalt nicht mehr fröhliche und zufriedene Gesichter nach sich zog. Manchmal habe man das Gefühl, die Besucher kämen nur, weil sie nichts Bessere zu tun hätten. Dafür sei aber „Lust auf Schmuck“ ein tolles Angebot für echte Liebhaber von Autorenschmuck.