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Bachs Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ erklingt in der Christuskirche unter Leitung von Karen Kirschenbauer. Foto: Molnar
Bachs Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ erklingt in der Christuskirche unter Leitung von Karen Kirschenbauer. Foto: Molnar
07.12.2016

Adventskonzert mit Lukasorchester und Weststadtkantorei in der Christuskirche

Pforzheim. Viel Beifall erhalten die Ausführenden nach dem Konzert am zweiten Advent in der Brötzinger Christuskirche – insbesondere Kantorin Karen Kirschenbauer. Unter ihrer engagierten Leitung bringen das Lukasorchester und die Weststadtkantorei Pforzheim gemeinsam mit dem Jugend- und Kinderchor der evangelischen Weststadtgemeinden sowie Solisten die Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ von Bach (BWV 91) zur Aufführung.

Wenn auch der Auftakt mit dem gleichnamigen Coro etwas holprig klingt, so zeigt sich der Chor vor allem beim Schluss-Choral mit großer Pracht und Stärke. Die Mittelsätze bestehen aus Rezitativen und Arien, die von den Solisten ansprechend gestaltet werden. Der Wechselgesang beim zweiten Satz wirkt gerade durch die verschiedenen Stimmfärbungen der Sopranistin Claudia Weibel und Mezzosopranistin Katharina Müller reizvoll. Und während beim Duett im fünften Satz Weibel in den hohen Lagen engelsgleich leuchtet, erfüllt Müller ihre Partien mit tiefer, alttimbrierter Würde. Auch der Tenor Rüdiger Linn präsentiert mehrere Facetten seiner Stimme, wirkt etwa beim Rezitativ viel dunkler als bei der feinfühlig vorgetragenen Arie.

Eröffnet wird der Abend mit dem Concerto per flauto, oboe, archi e basso g-Moll. Das gut abgestimmte Solistenpaar – Ina Maria Adelheid Bartel (Blockflöte) und Agnes Bánrevy (Oboe) – agiert mit leichtfüßigen Läufen in den schnellen Außensätzen. Kirschenbauer gibt genaue Zeichen, wann sich das Orchester zurücknehmen oder etwas dicker auftragen darf. Gelungen auch der beseelt-weiche Mittelsatz. Dynamisch tritt insgesamt die Oboistin stärker hervor, die mit ihrem geschmeidigen Ton auch das Oboen-Trio bei Bachs erstem Brandenburgischen Konzert (BWV 1046) merklich stützt.

Dabei wirkt auch das Jagdhorn-Duo Rainer Schnabel und Wolfgang Dautel mit, das mit den Oboen einen klangvollen Bläsersatz bildet, den Solo-Violinist Wenzel Philipp im ersten Concerto-grosso-Satz jedoch etwas untergehen lässt. Beim Adagio gelingt es ihm aber, die traurige Melodie zu entfalten. Im Ohr bleibt vor allem das wiederkehrende Menuett mit seinem höfisch-graziösen Thema – und der erste Satz, der nach dem Segen durch Pfarrer Thomas Müller noch einmal in ganzer Pracht erklingt.