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Alexej Gorlatch (links) zeigt mit Mark Mast eine abwechslungsreiche Beet hoven-Interpretation.  Molnar
Alexej Gorlatch (links) zeigt mit Mark Mast eine abwechslungsreiche Beet hoven-Interpretation. Molnar
03.05.2016

Alexej Gorlatch eröffnet Schwarzwald Musikfestival

Mit drei Konzerten ist das 19. Schwarzwald Musikfestival eröffnet worden – eines davon in der Trinkhalle Bad Wildbad. Wie in den Vorjahren stehen drei Meisterwerke auf dem Programm – wieder bleiben viele Plätze leer. Schade, hätten der sympathische Starpianist Alexej Gorlatch und die Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Mark Mast doch mehr Publikum verdient gehabt.

Neben Beethovens Erster Symphonie stehen dessen Erstes Klavierkonzert und Mozarts „Jupiter-Symphonie“ auf dem Programm. Alle drei Werke stehen in der strahlenden C-Dur-Tonart, ähneln einander und grenzen sich doch voneinander ab.

Bei Beethovens Erster wirkt die langsame Einleitung geschmeidig; nach ersten stürmischen Tuttis zeigen sich schöne Bläserdetails von Flöte oder Fagott. Im zweiten Satz entspinnt sich ein zartes Techtelmechtel zwischen Violinen und Celli, im dritten Satz ein flottes Treiben in Rhythmik und Dynamik. Dennoch: Höhepunkt des Abends ist das dritte Gastspiel von Alexej Gorlatch, der den fünfjährigen Beethovenzyklus fortsetzt.

Mit geschlossenen Augen scheint der 27-jährige Pianist aus Kiew das orchestrale Marschthema des Kopfsatzes aufzusaugen, ebenso die kantablen Klänge, um beide dann mit leichter Hand auf die Tastatur zu bringen. Bemerkenswert, wie der junge Solist das Klavierkonzert interpretiert – mit Feingefühl, Virtuosität und Temperament. Als Zugaben präsentiert der gefeierte Pianist die Mazurka a-Moll op. 67, Nr. 4 von Chopin und das mitreißende Prélude „Was der Westwind gesehen hat“ von Debussy. Von diesen gewaltigen Klanggewittern sind die Zuhörer restlos begeistert. Mozarts „Jupiter-Symphonie“ kann da nach der Pause nicht mehr mithalten – obgleich diese solide, mit Kontrasten und Klangpoesie, zur Geltung kommt. Anita Molnar