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Reißen das Publikum im Kulturhaus Osterfeld von der ersten Minute an mit: Kabarettist Maxi Schafroth und Gitarrist Markus Schalk (von links).  läuter
Reißen das Publikum im Kulturhaus Osterfeld von der ersten Minute an mit: Kabarettist Maxi Schafroth und Gitarrist Markus Schalk (von links). läuter
29.09.2015

Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth begeistert das Publikum im Kulturhaus Osterfeld

Der Freistaat Bayern ist zweigeteilt, und zwar trennt der Lech das vermeintlich homogen wohlhabende Bundesland in einen reichen und einen armen, strukturschwachen Landesteil. Das weiß längst nicht jeder, aber genau dafür hat der aus dem bayrischen Allgäu stammende Kabarettist Maxi Schafroth seinen „Informationsabend“ mit dem Titel „Faszination Bayern“ kreiert.

Informieren, aufklären, Gemeinsamkeiten unterstreichen möchte der 1985 geborene Lausbub, der am Sonntagabend ganz traditionell bayrisch gekleidet in brauner Kordhose, rot kariertem Hemd und Lodenjacke die Bühne des Großen Saals im Kulturhaus Osterfeld betritt. Das tut er mit viel Geist, einer scharfen Zunge, wilder Gestikulation, abwechslungsreicher Mimik und immer wieder auch mit musikalischen Einlagen, bei denen eine ziemlich bluesige, tiefe Stimme aus dem ansonsten doch recht zierlich wirkenden Schafroth herauskommt. Gekonnt unterstützt wird er dabei nicht nur für die Gesangseinlagen von Gitarrist Markus Schalk.

Kaum ist der gelernte Bankkaufmann auf der Bühne, biegen sich auch schon die ersten Zuschauer vor Lachen, und das ist kein Einzellacher zum Einstieg, sondern zieht sich konstant durch das rund zweistündige Programm. Gekonnt spielt er dabei immer wieder das reiche München gegen das bescheidene Allgäu aus. Im einen Teil werden Mieter abgezogen, im andern wird geschafft – und zwar ständig. „Ich war eine Ackergeburt. Meine Mutter hat mich die ersten zwei Stunden für eine Kartoffel gehalten“, schickt er beispielsweise der Feststellung voraus, dass in den 1990er-Jahren der Tod auf Feld oder Traktor im Allgäu noch als Ehrentod galt.

Während die einen also ohne Unterlass am Schaffen sind, sind die anderen, also die Bewohner jenseits des Lech, im fernen, gelobten Land, damit beschäftigt, zu konsumieren. Denn „das ist schließlich ein zeitgemäßes Verhalten: Man konsumiert einfach alles weg, was einem in den Weg kommt.“