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Die Jury entscheidet, wer die begehrten Bären – die Preise der Berlinale – gewinnt: Alba Rohrwacher, Nick James, Lars Eidinger, Jury-Präsidentin Meryl Streep, Clive Owen, Brigitte Lacombe und Malgorzata Szumowska (von links).  Kappeler
Die Jury entscheidet, wer die begehrten Bären – die Preise der Berlinale – gewinnt: Alba Rohrwacher, Nick James, Lars Eidinger, Jury-Präsidentin Meryl Streep, Clive Owen, Brigitte Lacombe und Malgorzata Szumowska (von links). Kappeler
George Clooney ist gut gelaunt – trotz Berliner Winterwetters.  Kalaene
George Clooney ist gut gelaunt – trotz Berliner Winterwetters. Kalaene
Mit „Hail, Caesar“ wagt die Filmindustrie einen komödiantischen Blick auf sich selbst – hier mit Ralph Fiennes (rechts) als Regisseur Laurentz.  Universal
Mit „Hail, Caesar“ wagt die Filmindustrie einen komödiantischen Blick auf sich selbst – hier mit Ralph Fiennes (rechts) als Regisseur Laurentz. Universal
12.02.2016

Am Anfang steht der Spaß - Die Berlinale beginnt mit Komödie „Hail, Caeser!“

Blick durch´s Schlüsselloch gefällig? Zum Auftakt der 66. Berlinale haben die US-Regisseure Joel und Ethan Coen das Publikum am Donnerstag mit hinter die Kulissen der Traumfabrik Hollywood genommen. Frauenschwarm George Clooney zeigt in der Komödie „Hail, Caesar!“ als trotteliger Sandalenfilm-Darsteller viel Bein. Scarlett Johansson gleitet als Wasserballett-Starlet durchs Bassin. Und Channing Tatum ist ein steppender Film-Matrose mit geheimer Mission. Ein Festivalstart mit hohem Spaßfaktor und viel Prominenz auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast.

Schon am Mittag hatte sich die internationale Jury mit Meryl Streep an der Spitze präsentiert. „Ich habe zwar absolut keine Ahnung, wie man eine Jury leitet“, meinte die US-Schauspielerin über ihr erstes Mal als Vorsitzende einer Festivaljury. „Ich war aber schon Chefin anderer Unternehmen“, ergänzte Streep und verwies auf ihre Familie mit vier Kindern.

Und Clooney freute sich über seine „Idioten-Rolle“: „Ich habe Spaß daran, dass sie sich über mich lustig machen“, meinte er. Doch der Star schlug vor Journalisten auch ernste Töne an. Clooney sagte, er werde am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen und mit ihr auch über das Schicksal der Flüchtlinge sprechen.

Blick auf Hollywood

Saftige Skandale, bissiger Humor – zum Auftakt der elftägigen Berlinale setzte der Festivaldirektor und gebürtige Pforzheimer Dieter Kosslick auf das Können der vierfachen Oscargewinner Coen. Ihre zur Blütezeit der großen Hollywoodstudios Anfang der 1950er-Jahre spielende Satire läuft zwar außer Konkurrenz, bescherte den Zuschauern dafür aber einen umso unterhaltsameren Festivalbeginn. Das „harte Brot“ der Wettbewerbsfilme mit ihren ernsten, wichtigen Themen von Flüchtlingsleid bis Abtreibung holt die Berlinale-Gäste früh genug ein.

Skandale über Skandale

In „Hail, Caesar!“ dreht sich alles um Eddie (Josh Brolin), den „Fixer“ eines großen Hollywood-Studios. Als ultimativer „Problemlöser“ hat er alle Hände voll zu tun, die Skandale der Stars zu vertuschen. Als dann der vorzeigbare, aber ziemlich dämliche Monumentalfilm-Held Baird (Clooney) entführt wird, eskaliert die Situation. Und Zwei sind Eddie immer auf den Fersen: die Zwillings-Klatsch-Reporterinnen Thora und Thessaly (Tilda Swinton in einer Doppelrolle).

Clooney spielt nicht zum ersten Mal den „Idioten“ in einem Coen-Film, wie er selbst diese Rollen nennt. Bereits in „O Brother, Where Art Thou?“ und „Burn After Reading“ war der Frauenschwarm gegen sein Image besetzt. Die Coen-Brüder sind so etwas wie Berlinale-Stammgäste. Mit „The Big Lebowski“ waren sie 1998 im offiziellen Wettbewerb. Vor fünf Jahren eröffneten sie mit ihrem Western „True Grit“ die Internationalen Filmfestspiele Berlin. „Hail, Caesar!“ startet nach der Berlinale-Premiere am Donnerstag im Kino.