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Alvis Hermanis
Alvis Hermanis
20.12.2016

Angst vor dem Imageschaden: Regisseur Alvis Hermanis inszeniert nicht in Bayreuth

Bayreuth. Der wegen seiner Aussagen zur Flüchtlingspolitik umstrittene Regisseur Alvis Hermanis hat Verhandlungen über eine Inszenierung in Bayreuth nach Angaben der Festspiele beendet. „Er hat mitgeteilt, dass er das nicht machen möchte“, sagte der Sprecher der Richard-Wagner-Festspiele, Peter Emmerich. Der Lette war für den „Lohengrin“ 2018 im Gespräch gewesen. Nun solle es auf den US-amerikanischen Regisseur Yuval Sharon hinauslaufen, sagte Emmerich. Ein Vertrag sei aber noch nicht unterschrieben.

Aus Protest gegen das Eintreten für Flüchtlinge des Thalia Theaters hatte Hermanis im vergangenen Jahr eine geplante Inszenierung in Hamburg abgesagt. Er halte das humanitäre Engagement für falsch und wolle damit nicht in Verbindung gebracht werden, begründete er damals. Die deutsche Begeisterung, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sei extrem gefährlich für ganz Europa, weil unter ihnen Terroristen seien. Diese Äußerungen hätten allerdings höchstens mittelbar Einfluss auf das Ende der Verhandlungen mit Bayreuth gehabt, sagte Emmerich. Die Festspiele hätten sie zur Kenntnis genommen. „Das hätte Schwierigkeiten in der Außenwirkung geben können.

Yuval Sharon hat in Karlsruhe eine umjubelte Inszenierung von Wagners „Walküre“ mit vielen Multimedia-Effekten vorgelegt (die PZ hat berichtet).