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Klemens Czurda mit Abbild seiner Fotografie auf einer Betonplatte. Foto: Meyer
Klemens Czurda mit Abbild seiner Fotografie auf einer Betonplatte. Foto: Meyer
03.11.2017

Architektur auf Beton gebannt: Vernissage des Künstlers Klemens Czurda im LAF

Pforzheim. Das heiß diskutierte Investitionsprojekt „Innenstadt Ost“ und die ästhetischen Qualitäten ihrer 1950er- und 1960er-Jahre-Architektur erhalten neuen Diskussionsstoff, mit der Ausstellung „MY LAF IS CONCRETE“. Durch ein eigens entwickeltes Verfahren überträgt der Karlsruher Medienkünstler Klemens Czurda analoge Mittelformat-Fotografien auf dünne Betonplatten, die er im Laufe der Woche im LAF gegossen hat.

Das Fotopapier, der ehemalige Bildträger, erscheint jetzt nur noch gelblich. Auf den entstandenen Platten hingegen überlagert sich das Abbild der Pforzheimer Nachkriegsarchitekturen, deren Abriss noch verhandelt wird, mit dem charakteristischen Baustoff dieser Gebäude. „Der Beton mischt sich mit den Bildern zu etwas Neuem, es findet eine Reaktion statt“, so Czurda. Auf den 20 Kilo schweren Betonplatten sind Jalousien, Fenster und Fassaden zu sehen, mit brüchiger Struktur und voller Patina. Die Architekturfotografie, die eine räumliche Distanz zum Objekt verlangt, wird auf diese Weise eins mit dem Material, aus dem sie besteht. Czurda, der schon zuvor mit Beton arbeitete, schafft durch das Auflösen von Distanz eine haptisch-sinnliche Perspektive. Und stellt infrage, wie Pforzheim mit diesen oft ungeliebten Gebäuden umgeht und umgehen will.

Vernissage ist am Freitag um 19 Uhr. Das LAF an der Östlichen 7 ist freitags bis sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Die Finissage mit einer Auktion der Betonplatten findet am 18. November um 19 Uhr statt.