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Skurriles Quartett: Arthur Canguçu, Patrik Hornák, Paul Jadach und Lukas Schmid-Wedekind (von links).  Foto: Haymann 

„Ariadne auf Naxos“ - Alle wichtigen Fakten rund um die Oper, die am Samstag im Theater Pforzheim Premiere feiert

Die Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ von Regisseur Tobias Materna hat am Samstag im Theater Pforzheim Premiere. Was steckt dahinter?

Worum geht es in der Oper?

Im Haus des reichsten Mannes von Wien soll die von ihm in Auftrag gegebene Opera seria „Ariadne“ uraufgeführt werden. Und unmittelbar danach ein derbes Tanzstück. Dem Musiklehrer des Opernkomponisten kommt dies zu Ohren, und er beschwert sich beim Haushofmeister. Doch allein der Auftraggeber habe das Sagen, und das ganze Stück dürfe zudem nur eine Stunde dauern, denn um neun Uhr müsse pünktlich das Feuerwerk für die Gäste beginnen. Die Mitwirkenden der Stücke treffen allmählich ein, so auch Zerbinetta mit ihren Partnern Harlekin, Brighella, Scaramuccio und Truffaldin, die zum lustigen Nachspiel der Oper tanzen sollen. Komponist, Primadonna und Tenor sind entsetzt. Doch es kommt noch schlimmer: Statt nacheinander sollen das tragische und das komische Stück gleichzeitig gespielt werden. Der Komponist fügt sich widerstrebend. So sieht man die trauernde, von Theseus verlassene Ariadne, mit der Zerbinetta über die Plage aller Frauen – die untreuen Männer – klagt. Doch dann taucht Bacchus auf – zum Liebesschwur bereit.

Wer hat die Oper komponiert und wer schrieb das Libretto?

Der Komponist ist Richard Strauss, der Librettist Hugo von Hofmannsthal. Fünf weitere Opern haben die beiden gemeinsam geschrieben: „Elektra“ (1909), „Der Rosenkavalier“ (1911), „Die Frau ohne Schatten“ (1919), „Die ägyptische Helena“ (1928) und „Arabella“ (1933).

Wann und wo wurde „Ariadne auf Naxos“ uraufgeführt?

Die erste Fassung war als Abschluss einer Aufführung von Molières Ballettkomödie „Der Bürger als Edelmann“ vorgesehen. In dieser Form wurde sie am 25. Oktober 1912 im Stuttgarter Hoftheater uraufgeführt. Anschließend ersetzten Hofmannsthal und Strauss das Molière-Stück durch ein neues „Vorspiel“. Die Uraufführung dieser Fassung fand am 4. Oktober 1916 in der Wiener Hofoper statt. Wie fast überall wird auch in Pforzheim die zweite Fassung gespielt.

War die Oper schon einmal in Pforzheim zu sehen?

Ja, am 21. Januar 1993 in der Regie von Andreas Baesler im Bühnenbild von Klaus Roth und mit Kostümen von Petra Mogendorf. Klaus Geber sang und spielte den Musiklehrer. Am Pult: Klaus Eisenmann.

Wer inszeniert, wer dirigiert?

Nach mehreren Operetten, dem Musical „Doktor Schiwago“ und der Oper „Endstation Sehnsucht“ inszeniert Regisseur Tobias Materna nun die „Ariadne“. Die musikalische Leitung hat Florian Erdl.

Für die Premiere am Samstag, 19.30 Uhr, gibt es noch Karten.

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin

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