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Eine Besucherin fotografiert das Kunstwerk „Death Star II“ von Robert Longo. Foto: Glaubitz
Eine Besucherin fotografiert das Kunstwerk „Death Star II“ von Robert Longo. Foto: Glaubitz
14.06.2018

Art Basel: Schillernde Künstlerkritik für Millionen

Basel. Sie glänzt und glitzert und besteht aus 40.000 Patronen, die auf den Besucher gerichtet sind. Robert Longo hat aus ihnen eine Kugel gebildet, die auf der Art Basel eines der beliebtesten Smartphone-Motive ist.

Mit „Death Star II“ spielt der amerikanische Künstler auf die zunehmenden Amokläufe und Massenschießereien in den USA an. Für 1,5 Millionen Euro wurde die schillernde Kunstkritik gestern noch vor der Publikumseröffnung der Art Basel verkauft.

Den Trend zur Repolitisierung der Kunst illustrieren auf der heute beginnenden Schau auch Hunderte Schuhputzerschachteln aus Ghana des Künstlers Ibrahim Mahama und die Installation „Freiheit kann man nicht simulieren“ von Rirkrit Tiravanija in der Galerie „neugerriemschneider“ aus Berlin. Hochaktuell ist auch die Videoinstallation „Incoming“ von Richard Mosse, der mit einer Wärmebildkamera – wie sie normalerweise vom Militär benutzt wird – Rettungsaktionen und Lebensbedingungen von Migranten zeigt.

Man habe wieder viele politische Statements auf der Messe vertreten, sagt der Direktor der Weltmesse für moderne und zeitgenössische Kunst, Marc Spiegler. Innerhalb weniger Stunden wurden bereits am Dienstag auf der Art-Basel-Preview für Sammler und VIPs wieder dicke Geschäfte abgeschlossen. Die ersten Verkäufe der insgesamt 290 Galerien aus 35 Ländern wurden fast im Minutentakt bekannt. Die Nische der Pace Gallery aus New York war fast ausverkauft. Den Besitzer wechselten Werke von Lee Ufan, Robert Ryman und ein Gemälde von David Hockney für 2,1 Millionen Euro. Auf der bis Sonntag dauernden Schau werden rund 4000 Künstler gezeigt, darunter Klassiker der Moderne und Stars der zeitgenössischen Szene wie Ai Weiwei, Jeff Koons und Damien Hirst. Wie Spiegler erklärt, verzeichneten die Galerien 2017 einen Umsatz, der über der 50-Millionen-Dollar-Grenze lag.

Bei der Zürcher Galerie Gmurzynska wechselte für 900 000 Euro ein Gemälde von Roberto Matta den Besitzer, ein Picasso war für acht Millionen Euro reserviert. Zu den Schätzen der Galerie zählte auch eine der wenigen „Schachteln im Koffer“ von Marcel Duchamp. Das tragbare Mini-Museum mit kleinen Reproduktionen seiner bekanntesten Werke, darunter das berühmte Pissoir, stand zunächst noch für 1,3 Millionen Euro zum Verkauf.