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Peter Jacobis „Rotes Textilrelief“ von 1975.  PM
Peter Jacobis „Rotes Textilrelief“ von 1975. PM
„Falter“ von Indra Schelble.
„Falter“ von Indra Schelble.
Ein Lunula-Anhänger an Kette aus Syrien.
Ein Lunula-Anhänger an Kette aus Syrien.
30.12.2015

Auch im nächsten Jahr gibt es viele Ausstellungen in Pforzheim

Pforzheim. Was das neue Jahr 2016 bringen wird, ist noch offen. Zumindest im kulturellen Bereich aber gibt es schon einige Fixpunkte – denn die Ausstellungsprojekte der Pforzheimer Kulturinstitutionen stehen schon weitestgehend fest.

Noch nicht jedes Exponat ist bestimmt, auch mancher genaue Termin mag noch Schwankungen unterworfen sein – aber die Pläne des Schmuckmuseums, der Pforzheim Galerie und des Kunstvereins sind schon festgesetzt – und warten darauf, im Kalender markiert zu werden.

Das Schmuckmuseum konzentriert sich im kommenden Jahr auf drei Ausstellungen. Den Anfang macht am 18. März und bis zum 12. Juni die Ausstellung „Wilde Mischung“, in der das Museum eine Auswahl der Stücke präsentiert, in deren Besitz es in den vergangenen zehn Jahren durch Kauf oder Schenkung gekommen ist. Die rund 150 präsentierten Werke sind stark verschieden, reichen von antiken bis zu zeitgenössischem, und von Pforzheimer zu internationalem Schmuck.

Vom 8. Juli bis zum 30. Oktober zeigt das Museum mit „Sonne, Mond und Sterne“ eine Ausstellung mit konzentrierter Thematik. Hier sind es die Himmelsgestirne, deren Weg durch die Schmuckgeschichte verfolgt wird. Eine Idee von Fritz Falk, dem ehemaligen Leiter des Schmuckmuseums, der die Ausstellung auch kuratieren wird. Die vielen internationalen Leihgaben, mit denen Cornelia Holzach – die aktuelle Leiterin des Schmuckmuseums – rechnet, sorgen dabei für einigen Aufwand. „Wir sind gerade noch mitten in den Anfragen“, sagt sie.

Weit in die Zukunft reicht das dritte große Projekt des Schmuckmuseums, das vom 25. November bis zum 23. April 2017 zu sehen sein wird. „Die Ausstellung ,Armbanduhren‘ ist der Auftakt zum Schmuckjubiläum im Jahr 2017“, sagt Holzach. „Es werden viele sehr hochwertige und komplexe Stücke zu sehen sein. Auch hier sind wir aber noch mitten in den Verhandlungen.“ Mit den Werken des Tiefenbronner Uhrmachers Wilhelm Rieber werden auch einige Stücke aus der Region im Fokus stehen.

Die steht auch in der ersten Ausstellung der Pforzheim Galerie im Mittelpunkt. Denn vom 13. Februar bis zum 28. März widmet sich die Galerie mit Hermann Ruf einem Künstler, der in Pforzheim stark verwurzelt ist. „Sein Schicksal ist eng mit dem der Stadt verbunden“, sagt die Kunsthistorikerin Regina Fischer, die die Ausstellung kuratiert. Der als Maler von Naturansichten bekannte Ruf habe beim Bombenangriff vom 23. Februar seine Frau und seine Schmuckfabrik verloren – und sei selbst von den Flammen überrascht worden. Davon zeugt ein Bild mit Brandlöchern, das Ruf im Augenblick des Angriffs gemalt habe – und das auch im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein wird.

Mit dem „Aufbruch Textil“ steht vom 14. Februar bis zum 22. Mai eine andere Kunstform im Fokus. Gezeigt werden unter anderem die Werke des Wurmberger Künstlers Peter Jacobi, der seit den 1960er-Jahren zusammen mit weiteren Künstlern die textile Kunst der Tapisserien für die Moderne gewonnen hat. „Seine Werke wurden damals auch auf der Biennale von Venedig gezeigt“, sagt Fischer.

Die Ausstellung „Himmelskörper“, die vom 5. Juni bis zum 3. Oktober zu sehen sein wird, beschäftigt sich – parallel zum Schmuckmuseum – mit den Gestirnen und verfolgt das Thema durch die zeitgenössische Kunst. „Wir haben die Idee des Schmuckmuseums aufgenommen“, sagt Fischer. „Die Gestirne sind zwar kein zentrales Thema der zeitgenössischen Kunst. Aber es gibt unglaublich spannende Positionen.“

So wird in der Pforzheimer Ausstellung die Installation „Kleiner Mond“ des Berliner Künstlers Johannes Vogl zu sehen sein, bei der ein Fahrrad und seine Lampe einen kleinen Lichtkreis auf die Wand werfen, der an das Bild des Mondes erinnert.

Vom 23. Oktober bis in den Januar 2017 hinein präsentiert die Pforzheim Galerie mit der Ausstellung „Schwarz Wald“ ein lokales künstlerisches Schwergewicht. Erstmals in Europa werden 80 Zeichnungen von Abraham David Christian – dem Pforzheimer Professor für Skulptur – zu sehen sein. „Er hat sich mit seinem Auto von einem Schwarzwald-Ort zum nächsten treiben lassen und Inspiration für die Zeichnungen gefunden, die bisher nur in Japan gezeigt wurden“, sagt Fischer.

Auch der Kunstverein im Reuchlinhaus präsentiert die Werke einer Künstlerin, die gleichzeitig Dozentin an der Pforzheimer Hochschule ist. Von Februar bis April gibt Indra – Lehrbeauftragte für Zeichnung – Einblick in ihr malerisches Werk. Von April bis Juni werden die Werke des Hamburger Künstlers Sakir Gökcebag im Fokus stehen.