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Uli Gsell zeigt Skulpturen mit dem Hauptthema Natur.  Foto: Roller 
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Volker W. Hamann präsentiert ein Werk, das in der Corona-Zeit entstanden ist.  Foto: Roller 

Aus Kontrast entsteht Dialog: Ausstellung „WeitSicht bei VR Bank Enz plus

Remchingen. Der eine Künstler bespielt die Wände mit schillernden, sich bei Positionswechsel stark verändernden Bildern, die geprägt sind von intensiver Farbigkeit und wie wirken Hologramme. Der andere geht in den Raum, arbeitet mit Naturmaterialien und setzt mehr auf Zurückhaltung, zumindest auf den ersten Blick. Aus dem Kontrast entsteht im Dachgeschoss der VR Bank Enz plus in Wilferdingen ein künstlerischer Dialog. Bei der Ausstellung „WeitSicht“ zeigenVolker W. Hamann und Uli Gsell einem ausgewählten Publikum an diesem Wochenende ihre Werke. Kuratorin Regina M. Fischer spricht von einem „unglaublich reizvollen Gegensatz“ und ist vom Schaffen der Künstler begeistert. Beide kennen sich schon lange und stellen nun zum ersten Mal gemeinsam aus. Jeder von ihnen zeigt rund 20 Arbeiten, die aufeinander abgestimmt sind.

Schon beim Aufbau entsteht ein Dialog: Intensiv habe man besprochen, welche Bilder und Skulpturen zueinanderpassen, sagt Gsell und erklärt, bei der Auseinandersetzung mit der Arbeit von Kollegen erfahre man auch viel Neues über das eigene Schaffen. Gsell ist Bildhauer, sein Hauptthema die Natur. Für ihn spielt das Material eine große Rolle. Er tritt mit den Steinen in architektonischer Sprache in den Dialog. Teilweise verstärkt er die Naturformen, teilweise kontrastiert er sie. Teilweise bohrt er die Steine an, spaltet sie, setzt sie wieder zusammen und zeigt so die Verletztheit der Natur und den Versuch, sie wieder zu heilen. Mal sind die Oberflächen rau, mal glatt.

Strukturen spielen auch in Volker W. Hamanns Arbeiten eine Rolle, allerdings auf andere Weise. Der vielseitige Künstler hat schon einmal bei der VR Bank Enz plus ausgestellt, damals allerdings Dunkellicht-Fotografien. Hamann kommt ursprünglich aus der Bildhauerei und ist auch künstlerischer Fotograf.

Nach einem Arbeitsaufenthalt in Australien 2017 hatte er den Impuls, in eine Acrylplatte mit der Kettensäge einzuschneiden und die dabei entstehenden Strukturen anschließend mit farbigen Pigmenten zu gestalten. Es entstand etwas völlig Neuartiges. Etwas, das ihn selbst „unglaublich überrascht“ hat, als das erste Bild fertig war.

Hamann stellt gerne bei der VR Bank Enz plus aus und sagt, dort würden die Rahmenbedingungen für Künstler einfach stimmen. Darauf legen Vorstandsvorsitzender Jürgen Wankmüller und seine Kollegen großen Wert. Wankmüller sagt, seit dem Beginn des Formats „WeitSicht“ im Jahr 2015 sei seine Bank bestrebt, den Künstlern optimale Möglichkeiten zu bieten. Bisher habe man nur positive Rückmeldungen bekommen.

Er freut sich, dass die Ausstellung nach coronabedingter Pause nun wieder stattfinden kann. Dass es dieses Mal mehr Anmeldungen als in den Vorjahren gibt, zeigt für ihn, dass die Leute darauf warten, wieder rauszukommen und Kultur zu erleben. Insgesamt werden am Wochenende rund 200 bereits zuvor angemeldete Besucher zur Ausstellung kommen.