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Pieter de Hooch gilt als erster Maler, der hinter die Haustür blickte.  Foto: Rijksmuseum Amsterdam/Niederländisches Büro für Tourismus & Convention (NBTC)/obs

Aus dem Schatten Vermeers: Museum Prinsenhof in Delft zeigt 29 Gemälde des holländischen Malers

Delft. Rund 350 Jahre nach dem Tod des holländischen Malers Pieter de Hooch ist in seiner Heimat die erste Ausstellung zu seinem Werk zu sehen. Das Museum Prinsenhof in Delft zeigt 29 Gemälde aus der Delfter Periode, die als Blütezeit des Malers gilt. De Hooch (1629–ca. 1679) stehe zu Unrecht im Schatten von Johannes Vermeer, so die Direktorin des Museums, Janelle Moerman, gestern bei der Präsentation der Schau. „Er ist ein Meister der Perspektive, ein Meister des Lichtes.“

Nach Johannes Vermeer gilt de Hooch weltweit als berühmtester Delfter Maler des „Goldenen Zeitalters“ im 17. Jahrhundert. „Er war der erste Maler, der hinter die Haustür blickte“, erklärt Moerman. Der Prinsenhof zeigt nun bezaubernde und intime Szenen aus den Wohnungen und Innenhöfen der Delfter Bürger. Dafür ist der Maler auch bekannt.

De Hooch wurde auch „Maler des kleinen Glücks“ genannt. Meisterhaft malte er das Sonnenlicht in den Innenhöfen, liebevoll die spielenden Kinder oder die lachenden Dienstmädchen.

Das Museum veröffentlichte zugleich die Ergebnisse der bislang größten Untersuchungen zu Person und Werk des Malers. Dabei stellten die Forscher mit neuesten Techniken und Scannern fest, dass de Hooch vielfach seine Bilder verändert hatte. Figuren waren entfernt oder hinzugefügt worden. „Er spielte mit seinen Figuren“, sagt die Konservatorin des Museums, Anita Jansen. Skizzen oder Zeichnungen gebe es nicht. „Aber er machte sehr wahrscheinlich vorher Lichtkompositionen.“ De Hooch malte häufig ähnliche oder dieselben Motive, nur mit anderen Personen.

Bis ins 19. Jahrhundert waren seine Werke auch international sehr gefragt. Sammler bezahlten sogar ein Vielfaches von dem, was etwa Gemälde seines Delfter Kollegen Vermeer erbrachten. Sein Oeuvre umfasst etwa 150 bis 160 Werke und ist damit deutlich größer als das von Vermeer mit etwa 35. Doch seit dem 19. Jahrhundert wurde das Werk von Vermeer höher eingeschätzt.