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Eine Tanzszene aus dem Ballett „Nurejew“. 

Ausschnitte aus den Produktionen: Theaterhäppchen machen Appetit

Pforzheim. Zu einem Spaziergang durch alle Sparten lud der neue Intendant Markus Hertel bei der Eröffnungsgala im etwa zu drei Vierteln gefüllten Großen Haus ein. Das Programm vereinte Ausschnitte aus laufenden Produktionen, gab einen Vorgeschmack auf bevorstehende Premieren und bot neuen Ensemblemitgliedern die Gelegenheit, sich dem gut gelaunten und beifallsfreudigen Publikum zu präsentieren.

Zu einem Spaziergang durch alle Sparten lud der neue Intendant Markus Hertel bei der Eröffnungsgala im etwa zu drei Vierteln gefüllten Großen Haus ein. Das Programm vereinte Ausschnitte aus laufenden Produktionen, gab einen Vorgeschmack auf bevorstehende Premieren und bot neuen Ensemblemitgliedern die Gelegenheit, sich dem gut gelaunten und beifallsfreudigen Publikum zu präsentieren.

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Brillante Arien machen Lust auf mehr.

Die Moderation hatte zusammen mit Hertel Schauspieldirektor Andreas Frane übernommen. Angesichts des über drei Stunden langen Abends und der angebrachten Kürze stellten sie die einzelnen Programmpunkte vor. Ein paar Worte zu ihrer zukünftigen Konzeption und ihren Ideen hätten aber sicher nicht geschadet.

Die Badische Philharmonie unter der wechselnden Leitung von Generalmusikdirektor Robin Davis, Philipp Haag, Johannes Antoni und Lukas Ziesché war Sängerinnen und Sängern gut disponiert und transparent eine kompetente Begleitung. Vor allem im ersten Teil etwas sparsam ausgefallen war die Ausstattung (Esther Bätschmann), die sich nur auf Lichteffekte und einen – etwas verloren hoch hängenden – Kristalllüster beschränkte.

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„Evita“: Da können die Tränen rollen.

Nach dem animierten Auftakt mit der Ouvertüre aus „Die Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi sang Stamatia Gerothanasi mit ihrem betörend klaren und leichten Sopran die Arie „Un bel dì, vedremo“ aus Madama Butterfly von Puccini. Nach dem schön gestalteten Summchor stellte sich der neue Tenor Felipe Rojas Velozo aus Chile kraftvoll mit der Arie „Addio fiorito asil“ aus derselben Oper vor. Nach der Ouvertüre aus Humperdincks Hänsel und Gretel gestaltete Tenor Philipp Werner einen dämonischen „Hexenritt“.

Mit seiner Rolle als Hochstapler Felix Krull nach Thomas Mann kokettierte Schauspieler Max Ranft. Nika Wanderer und Andreas C. Meyer spielten eine eindrucksvolle Szene aus der Podium-Produktion Human App von Ian De Toffoli.

Die Bässe Aleksandar Stefanoski, Lukas Schmid-Wedekind, Markus O. Wessiack und Bariton Paul Jadach brillierten in Vorzeige-Arien für tiefe Männerstimmen. Aus Tschaikowskis Eugen Onegin sang Tenor Dirk Konnerth jugendlich-frisch die Lenski-Arie. Wenig homogen in stimmlicher Ausgeglichenheit, Aus- und Absprache der vielköpfige Opern- und Extrachor mit dem Chor der Landleute.

Spielfreudiges Duo

Höhepunkt des Abends war nach der Pause der Auftritt des Ballettensembles, das zwei Szenen aus der neuen, ausdrucksstarken Produktion Nurejew mit Elementen von Modern und Urban Dance vorstellte. Das Kinder- und Jugendtheater steuerte drei Stücke bei: überaus spielfreudig Tenor Santiago Bürgi und Sopranistin Elisandra Melián in zwei Szenen aus Offenbachs Jugendoperette „Die Insel Tulipatan“.

Absolut mitreißend „Kein Herz für Kinder“ aus Lippels Traum nach Paul Maar mit Anne-Kathrin Lipps und Santiago Bürgi. Mit dem ungewöhnlichen Song „Zeitalter der Fische“ aus dem Musical „Jugend ohne Gott“ von Horvath brachte Bernhard Meindl eine Uraufführung auf die Bühne. Einen Song aus dem Musical Evita präsentierte die junge Sopranistin Helena Wegner. Mit der Lustigen Witwe ging es ins Maxim, mit „My Fair Lady“ vor den Traualtar.

Für den reichlichen Beifall mit Bravorufen und stehenden Ovationen bedankte sich das Gesamtensemble mit „Im Feuerstrom der Reben“ aus „Die Fledermaus“.