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Aus und vorbei: Daniela Gillardon, Anina Gröger und Barbara Di Giorgi (von links) bauen die Ausstellung im VolksbankHaus ab. Foto: Ketterl
Aus und vorbei: Daniela Gillardon, Anina Gröger und Barbara Di Giorgi (von links) bauen die Ausstellung im VolksbankHaus ab. Foto: Ketterl
12.10.2017

Ausstellung „Wechselspiel“: Positives Bild der Stadt weitergetragen

Pforzheim. Die Ausstellung „Wechselspiel“, die am Sonntag nach nur drei Tagen endete, hat für vielfachen Gesprächsstoff gesorgt – angesichts ihrer hohen Qualität und ihrer kurzen Laufzeit. Die PZ und die Pforzheimer Künstlerin Anina Gröger, die die Schau organisiert hat, erläutern die Intention.

Warum dauert eine so spannende Ausstellung wie „Wechselspiel“ nur drei Tage?

Anina Gröger hatte für den Zeitraum 6. bis 8. Oktober die Neuauflage ihres erfolgreichen Formats „Goldherbst“ aus dem Jahr 2004 geplant. Kunst- und Schmuck-Galerien sowie Ausstellungsorte waren bereits angefragt und gebucht. Doch dann kam alles anders: Der geplante Gala-Abend – als kleines Dankeschön für die zum Teil mit hohem Aufwand und aus großer Entfernung aus dem Ausland anreisenden Galerien und Künstler – wurde verschoben. Ihre Konsequenz: Der „Goldherbst“ wird aufs kommende Jahr verschoben. Was Anina Gröger nicht weiter schlimm findet, „denn ich sehe den ,Goldherbst‘ als Hinführung auf die Ornamenta im Jahr 2022“. Die Pläne und Räume waren flott storniert – doch die Veranstaltung im VolksbankHaus wollte Gröger nicht absagen. So entstand ein neues Konzept: 43 Schmuckschaffende – 23 davon aus Pforzheim und der Region, 20 aus Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich, Kolumbien, Japan, Korea, Kroatien und Großbritannien – setzen sich auseinander mit 70 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien und Skulpturen von zehn Stipendiaten der „Stiftung Bartels Fondation“ in Basel – unter anderem aus Spanien, Mexiko und China. „Das war schon sehr arbeitsintensiv“, sagt Gröger im Rückblick, „aber passte perfekt ins Jubiläumsjahr“.

Und wie war die Resonanz des Publikums?

Anina Gröger ist mehr als zufrieden: 890 Besucher in nur drei Tagen. „Und es waren Kunstinteressierte dabei, die blieben über zwei Stunden in der Ausstellung.“ Während der Schau und auch im Nachgang habe sie enorm viele positive Reaktionen erhalten. Erfreulich auch: Die Schau lockte zahlreiche Menschen aus Stuttgart, Frankfurt und dem Elsass in die Goldstadt. Auch die ausstellenden Schmuck-Künstler waren zum Großteils vor Ort – auch die aus Barcelona und Florenz. „Alle haben sich in Pforzheim sehr wohlgefühlt und tragen ein positives Bild unserer Stadt weiter“, betont die Malerin.

Ist eine Fortsetzung geplant?

Zurzeit wird geprüft, ob „Wechselspiel“ als Wanderausstellung an anderen Orten stattfinden kann – dann auch über einen längeren Zeitraum. Anina Gröger ist sicher, dass die beteiligten Künstler alle wieder dabei sind. Auch ein Auslandstermin ist angedacht, ergänzt mit Schmuckschaffenden vor Ort.

Die Organisation von „Autorenschmuck“ bei Thalia und Trachtenschmuck rund um den Sedanplatz sowie die offenen Schmuckateliers – ist aus der Künstlerin Anina Gröger eine Kuratorin geworden?

„Nein, bestimmt nicht“, lacht Anina Gröger. Sie schränkt allerdings ein: „In diesem Jahr war das schon der größte Teil meiner Arbeit.“ Sie habe lediglich Auftragsarbeiten erledigen können – „bei denen ich dann auch etwas verdient habe“.

Gab es für die Ausstellungsmacherin denn kein Honorar?

Nein, es gab weder ein Budget für die Schauen, das Anina Gröger zur Verfügung stand, noch Geld. Freude habe sie an dieser Arbeit schon gehabt, aber einen so umfangreichen Einsatz – „für Gotteslohn“ – sowie Ausgaben für Fahrtkosten, Telefon und Porto könne sie sich nicht weiterhin leisten.

Steht dennoch ein weiteres Projekt an?

„Ja, aber definitiv das letzte in diesem Jahr“, schildert Gröger, „und das einzige, bei dem ich selbst als Malerin vertreten bin.“ „Das Mädchen mit dem Perlenohrring und anderem Geschmeide“ ist der Titel der – von dem bekannten Vermeer-Gemälde beeinflussten – Ausstellung, die von 18. bis 26. November in ihrem Atelier in der Schwarzwaldstraße 9a stattfindet. Werke von 25 Künstlerinnen und Künstlern werden zu sehen sein, die alle in ihren Arbeiten das Thema Schmuck aufgreifen. Ältere Bilder sind dabei, wie ein Mädchenporträt von Anina Gröger. Einiges kommt aus dem Nachlass, beispielsweise von Klaus Hruby oder Max Peter Näher, andere Künstler haben aktuelle Werke im Bezug zum Bild des niederländischen Barock-Künstlers geschaffen.