nach oben
Regina Fischer, Kulturamtsleiterin Angelika Drescher und Enzkreis-Kulturbeauftragte Andrea Schumacher (von links) vor Jaxys „Schattendiamanten“. Foto: Meyer
Regina Fischer, Kulturamtsleiterin Angelika Drescher und Enzkreis-Kulturbeauftragte Andrea Schumacher (von links) vor Jaxys „Schattendiamanten“. Foto: Meyer
14.09.2017

Ausstellung im Landratsamt Enzkreis: Wirtschaft trifft Kunst

Pforzheim. Können Kunst und Wirtschaft sich gegenseitig befruchten? „Ganz klar: ja“, sagt Kunsthistorikerin Regina Fischer. Ihr Paradebeispiel: Die Ausstellung „Metall – es ist nicht alles Gold, was glänzt“, die am Montag im Landratsamt Enzkreis eröffnet wird. Denn das Konzept sah – im Jubiläumsjahr der Goldstadt – vor, Firmen, die sich aus der Traditionsindustrie heraus entwickelt haben, mit Künstlern in Verbindung zu bringen, die sich mit den Produkten dieser Betriebe auseinandersetzen.

In zwei Fällen ist das geglückt: Der Pforzheimer Künstler René Dantes hat für die Firma Admedes eine Skulptur entworfen, die auf die hochflexiblen Geflechtschläuche für Stents rekurriert. Noch sind nur Bildhauerzeichnungen ausgestellt – die Realisierung der „Admeda“ gestaltet sich schwierig. Für die teils winzig kleinen Brackets ist Forestadent weltweit bekannt – nun wird den Zahnspangenteilen ganz ungewohnte Aufmerksamkeit zuteil: Vito Pace setzt eines dieser winzigen Metallteile in einen Guckkasten mit Lupe, inszeniert das Metallteil als sehenswerten Schatz. Ganz schmuck setzt Urban Hütter in der Fotomontage die Brackets in Szene – später sollen Wandreliefs den Firmensitz an der Westlichen zieren.

Fast ein bisschen trashig kommen die Schattendiamanten von Constantin Jaxy daher. Der Bremer Künstler hat drehbare Skulpturen geschaffen, die angestrahlt Edelsteinschatten an die Wand werfen. Mit hochkarätigen echten Steinen hat es hingegen die Schmuckmanufaktur Matthias Keller zu tun, die dieses Kunstwerk für die Ausstellungsdauer ausgeliehen hat. Robert Schütt Witwe ist mit zwei Schmuckstücken vertreten aus der „Unikat“-Ausstellung, die noch bis Jahresende in der Goldschmiedeschulstraße läuft. Hier haben sich Professor Andi Gut und seine Studentin Jasemine Frei auf ungewöhnliche Art mit dem Thema Edelstein auseinandergesetzt.

Bereits 1961 hat Till Casper den ersten Kunstguss im traditionsreichen Betrieb seines Großvaters initiiert. Seither arbeitet er mit renommierten Künstlern zusammen und hat für die Ausstellung zwei bekannte Bildhauer ausgewählt. Von Axel Anklam kommt die 300 Kilo schwere und trotzdem federleicht wirkende Skulptur „Melancholia“, während Michael Sailstorfer ein maskenhaftes Objekt aus Wellpappe in Aluminium gießen lässt. Zwei weitere Projekte sind im Modell zu sehen und entstammen einer ganz anderen Vorgabe: Die Gemeinde Mönsheim ließ sich von Pforzheimer Design-Studenten Skulpturen für den Ortseingang entwerfen. Lilli Schmidt entfesselte dafür mit ihrer Plastik „Twister“ einen Wirbelsturm, und Stefanie Lindner schuf eine hochaufragende Metallstele.