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Beigaben einer Sarkophagbestattung im Gräberfeld Gönnheim.
Beigaben einer Sarkophagbestattung im Gräberfeld Gönnheim.
Der aus Rom stammende Porträtkopf eines Kaisers, vermutlich Valentinian I.
Der aus Rom stammende Porträtkopf eines Kaisers, vermutlich Valentinian I.
Rekonstruktion des Prachtstuhls aus dem Schatzfund von Rülzheim.
Rekonstruktion des Prachtstuhls aus dem Schatzfund von Rülzheim.
05.06.2019

Ausstellung über Kaiser Valentinian mit Schatzfunden und Grabbeigaben aus mehreren Jahrtausenden

Speyer. Er war ein römischer Kaiser – und hat die Ewige Stadt doch nie betreten: Valentinian I. verbrachte die längste Zeit seines Lebens in Trier. Ständig bemüht, sein militärisches Ansehen auszubauen, was ihm vor allem durch Aktionen gegen die als besonders gefährlich geltenden Alamannen gelang. Mit der Ausstellung „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ rückt das Historische Museum der Pfalz in Speyer einen Zeitabschnitt in den Fokus, der in der Region viele Spuren hinterlassen hat.

Und auf großes Publikumsinteresse stößt: Deshalb verlängert das Haus die Schau bis März 2020. „Kaiser Valentinians Bekanntheit steigt mit der Ausstellung merklich. Bisher brachten die meisten Besucher Speyer mit den mittelalterlichen, im Dom bestatteten Kaisern in Verbindung. Dass auch ein spätrömischer Kaiser in Speyer und der Pfalz Geschichte geschrieben hat, ist für viele besonders spannend“, sagt Museumsdirektor Alexander Schubert. Aktuelle Forschungsergebnisse bezeugen in dem Gebiet der heutigen Pfalz eine dicht besiedelte Landschaft mit zahlreichen größeren und kleineren Städten, befestigten Siedlungen und landwirtschaftlichen Betrieben. Die Pfalz erfuhr für kurze Zeit eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Doch nach dem Zusammenbruch der römischen Verwaltung im fünften Jahrhundert fand diese allmählich ein Ende.

Die Ausstellung präsentiert auf 150 Quadratmetern rund 65 herausragende Fundkomplexe und Einzelexponate der Spätantike. Neben dem Brotstempel von Eisenberg aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts – das älteste Zeugnis des frühen Christentums in der Pfalz – zeigt die Schau noch bis 16. Juni den weltweit einzigartigen Prachtstuhl aus dem Schatzfund von Rülzheim. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der reich verzierte Klappstuhl für eine höher gestellte weibliche Person angefertigt wurde. Zahlreiche archäologische Funde aus Gräbern und militärischen und zivilen Siedlungen, umfangreiche Hortfunde sowie multimediale Elemente geben den Besuchern einen Einblick in die Umbruchzeit des vierten und fünften Jahrhunderts.