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Am Eröffnungsabend der Schau „The Taming of Time“ entsteht bei einer Performance das spontane Kunstwerk „Time Painting“ mit Besuchern. Foto: Molnar
Am Eröffnungsabend der Schau „The Taming of Time“ entsteht bei einer Performance das spontane Kunstwerk „Time Painting“ mit Besuchern. Foto: Molnar
02.06.2017

Ausstellung von „The Artheists“ und „Leerstand als Freiraum“ zum Thema Uhren

Pforzheim. Zeit vergeht, wird verschwendet oder sinnvoll genutzt. Doch welchen Einfluss hat die Zeit auf verschiedene Objekte? Ist sie ein Naturphänomen oder etwas Kulturelles? Und wie gehen wir damit um? Mit solchen Fragen setzen sich 15 Künstler aus Belgien, Frankreich, Deutschland, England und den Niederlanden auseinander.

Sie gehören zum Künstlerkollektiv „The Artheists“, das in Zusammenarbeit mit dem Verein „Leerstand als Freiraum“ (LAF) die zeitgenössische Ausstellung „The Taming of Time“ (Die Zähmung der Zeit) in der Östlichen 7 präsentiert – speziell zum Goldstadtjubiläum. Als Hommage an die Uhrenmanufakturen der Stadtgeschichte ist die Schau konzipiert, vermittelt vom Haus-der-Jugend-Leiter und Betreiber des Kunstvermittlungsbüros „The Artpole“, Bart Dewijze.

„Uns ist wichtig, dass die Betrachter davon etwas haben“, sagt er am Eröffnungsabend, an dem in einer Performance mit den Besuchern ein spontanes Kunstwerk entsteht – unter Vorgabe der Zeit. Mit Collagen, Plastiken, Gemälden, Plastiken, Fotografien und Multi Media will das Kollektiv „provokativ die Zeit zähmen“.

Sprechende Statue

Sich Zeit nehmen für jedes Exponat muss sich denn auch der Besucher, um den Witz, die philosophische Frage oder „Die unendliche Rede“ einer sprechenden Statue über Kopfhörer zu verstehen. Doch schon allein der rotgeschminkte Mund, der dem weißen, starren Torso Leben einhaucht, ist faszinierend anzuschauen.

Bei vier Fotografien mit dazugehörigen Gegenständen ist indes die Echtzeit mit der Vergangenheit zusammengebracht. Eine Zwiebel, Pflanze oder brennende Kerze ist zu sehen – abgelichtet und in echt, als Symbol für die Vielschichtigkeit oder Natur. Doch sobald etwa die Flamme erlischt, bleibt die Zeit stehen, der Mensch hat direkten Einfluss auf ihre Lebensdauer.

Mit einem Augenzwinkern sind die nicht vorhandenen Kunstwerke zu betrachten: Auf einer weißen Wand sind nur zwei Nägel mit Staubrand angebracht. Bei dem einen ist der Betrachter „Zu spät“, bei dem anderen „Zu früh“. Spannend ist der fotografische Druck ohne Titel von Linda Wendel, die als einzige Künstlerin zur Vernissage kam. Sie hat einen Tag in einem Bild vereint, das auf der Kanarischen Insel Fuerteventura entstand und die Zeitlosigkeit verkörpert.