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Wunsch nach Seelenbildern: Gudrun Fusch bei Buslat. 

Ausstellungseröffnung der Künstlergilde Buslat in Neulingen

Neulingen. Als Gudrun Fusch begann, sich intensiv mit der bildenden Kunst zu beschäftigen, sah das, was sie auf Papier und Druckplatte brachte, noch ganz anders aus. Die Grundlage aber war die Gleiche, die man am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung der Künstlergilde Buslat sehen konnte: Der Wunsch nach Erfahrungen, nach Gefühlen, nach Seelenbildern, die sich der genauen Deutung entziehen, aber dennoch Signale dessen aussenden, was der Mensch im Innersten verborgen hält.

Gradlinig, wie sie ist, schiebt Gudrun Fusch dabei meist auch bei dieser Präsentation allzu tiefen Deutungen ihrer Bilder schnell einen Riegel vor. Wobei sie keine Einschränkungen vorgibt für das Abenteuer des Entdeckens.

Deutlich an Gewicht gewonnen hat seit längerer Zeit das, was sich seinen farbigen und formalen Weg zum Teil alleine sucht. Ausbrechend aus dem für sie allzu Vertrautem und ihre künstlerischen Möglichkeiten auslotend, löst sie die konkrete Form in Farbempfindungen auf und treibt mit dem Zerbrechen von Realität eine auch farbige Intensität voran. Fließbilder nennt sie diesen Kosmos der Imagination. Wirbel und Strudel, Assoziationen zur mikroskopischen Sicht auf amorphe Unterwasserwelten mit Korallen scheinen auf, Lavamassen glühen neben verbrannten Bäumen in einer vulkanischen Topografie, tanzen Blätter im Herbstwind. Es sind weite, nicht konkret bestimmbare Räume, in die die Künstlerin führt und in der sich zarte, fast zeichnerische Elemente gegen die Macht der Farbe behaupten. Offen bleibt immer eine Fülle möglicher Lesarten und damit ein Wirklichkeitsbezug, den der Betrachter für sich selbst definieren muss.

Gudrun Fusch arbeitet bei allem neuen formalen und farbigen Empfinden mit vertrauten Mitteln – mit der Rolle aufgetragenen Druckfarben auf Glasplatten, mit Pinseln, weißem und schwarz bedrucktem Papier sowie mit Terpentinverdünnung,die sie manchmal auch aufsprüht. Der Farbfluss kann durch Drehen und Kippen beeinflusst werden, bildet aber ein zufälliges, verwobenes Miteinander, in das sie durch eine leichtere oder stärkere Verdünnung, über Buntstifte oder durch die Spuren eines Holzspatels Akzente setzt.

Die Schau auf dem Katharinentaler Hof ist bis 23. Oktober sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.