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Ausdrucksstark: Der Darsteller Axel Herrig bei seinem Gastauftritt am Theater Pforzheim. Foto: Seibel
Ausdrucksstark: Der Darsteller Axel Herrig bei seinem Gastauftritt am Theater Pforzheim. Foto: Seibel
15.02.2018

Axel Herrig - bekannter Falco-Darsteller gastiert am Theater Pforzheim

Pforzheim. Ja, er hat sein Leben geprägt. Dieser Falco. Dieser Mann, der 20 Jahre nach seinem Tod geradezu mythenhaft verehrt wird. „Wahrscheinlich wäre ich ohne ihn nicht mit einer Österreicherin verheiratet und würde heute wohl auch nicht in Wien leben. Und in Falcos Stammlokal, dem ,Café Inkognito‘, bin ich Stammgast.“ Das sagt Axel Herrig. In der die Rolle des Falco wurde er mit dem Musical „Falco meets Amadeus“ (2000–2003) bekannt. Seither gilt Herrig als einer der profiliertesten Falco-Bühnendarsteller. Daher springt er auch am Theater Pforzheim als Falco-Sänger ein. So wird es am 2. April sein.

Und so war es am 9. Februar. Am selben Tag sei er erst mit dem Flieger aus Wien angereist, um gleich am nächsten wieder zu abzureisen. Sein Engagement an der Wiener Volksoper rief. Nur insgesamt einen Tag lang habe er in Pforzheim geprobt. Das ist sportlich, auch für einen Profi. „Ich sehe das als Einspringen, das hat was Heldenmutiges. Es ist spannend, das gibt mir einen Kick“, sagt der 54-Jährige. Da könne man sich schon mal einen Fehler erlauben. „Was nicht heißt, dass ich einen machen werde“, scherzt der gebürtige Trierer. Dort, in seiner Heimatstadt, habe er auch den Pforzheimer Chefdramaturgen Peter Oppermann getroffen und das Gastspiel eingefädelt. Um die künstlerisch-fantastische Geschichte eines Popstars gehe es in dem Musical-Ballett. Während Johannes Blattner den Hans Hölzel, wie der österreichische Superstar mit bürgerlichem Namen hieß, tanzt, singt Herrig Falcos Gedanken. „Es geht um die Wechselspiele der Figuren.“ Herrig gesteht, dass er zu Falcos Lebzeiten eigentlich nur dessen Megahit „Der Kommissar“ kannte. Erst im Jahr 2000 durch die Arbeit am Musical habe er ihn „richtig kennen und schätzen gelernt“. Seit Herrig in Wien wohnt, habe er die Bekanntschaft vieler Freunde aus Falcos Umfeld gemacht. Allen voran ein gewisser Rudi Dolezal, Produzent der „ultimativen Doku zum 60. Geburtstag“, langjähriger Freund und Regisseur aller Falco-Videos. Herrig war beim Dreh an Originalschauplätzen in der Dominikanischen Republik dabei, wo Falco zuletzt lebte. Und bei diesem berüchtigten Autounfall starb. „Wir standen an der Kreuzung, wo er umkam. In nachgestellten Szenen habe ich Gedanken dazu gelesen“, erinnert sich der Darsteller. Insgesamt habe er spannende Einblicke gewonnen, auf der Spur des Mythos. „Abgesehen vom musikalischen Genie – er war seiner Zeit voraus, hat alle Extreme in sich vereint, von schüchtern bis extravagant. Auf Wienerisch: Er war ein präpotentes Oaschloch. Aber so jung so erfolgreich zu sein, das muss man auch erst mal verkraften.“ Heute wäre eine solche Karriere jedenfalls nicht mehr denkbar, ist Herrig überzeugt. „Die Vermarktungsmaschinerien würden so ein Individuum nicht mehr zulassen.“

Als Falco-Spezialist zu gelten, ist für Herrig Fluch und Segen zugleich. „Ich werde etwas darauf reduziert“, räumt er ein. „Dabei gibt es bei mir durchaus ein Leben neben Falco.“ Herrig singt Bariton in diversen Opern, spielt in unterschiedlichsten Musicals mit, hat Film- und TV-Auftritte. Dennoch habe Falco in seinem Leben Spuren hinterlassen. „Vielleicht auch an Lunge und Leber“, sagt er lachend. Zumindest habe die Rolle den Weg für die Karriere geebnet. „Sie war ein Sprungbrett.“ Und mache ihm auch nach so langer Zeit noch großen Spaß. „Die Musik ist toll, das gefällt Jung und Alt und reißt einfach mit.“