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Neben kleinen Blättern in Schwarz-Weiß stellt Axel Hertenstein auch großformatige, kräftig farbige Bilder aus.   Seibel
Neben kleinen Blättern in Schwarz-Weiß stellt Axel Hertenstein auch großformatige, kräftig farbige Bilder aus. Seibel
Die Landschaft des Morvan in Frankreich hat den Künstler zu zahlreichen Gemälden angeregt.
Die Landschaft des Morvan in Frankreich hat den Künstler zu zahlreichen Gemälden angeregt.
10.12.2015

Axel Hertenstein zeigt in seiner Weihnachtsschau neue Arbeiten

Pforzheim. Sanfte Hügel, so weit der Blick schweift. Saftiges Grün, scheinbar endlose Weite. So hat der Künstler Axel Hertenstein den Morvan erlebt, jenes Granitmassiv, das gerne als die grüne Lunge Burgunds beschrieben wird. „Ich habe viel skizziert“, beschreibt Hertensteine jene ruhigen Urlaubstage im Sommer. Am Samstag und am Donnerstag sind die in vielen Grün- und Blautönen strahlenden Bilder in seiner Weihnachtsausstellung im Atelier an der Vogesenallee zu sehen.

Wie immer mit Druckfarbe und der Walze gemalt, wie immer mit Fettkreide strukturiert. Doch wer harmlose Lieblichkeit erwartet, den werden Hertensteins Landschaftsbilder enttäuschen: „Die heile Welt gibt es nicht“, sagt er. Und so ist seinen Bildern eine Unruhe anzumerken, ein Vibrieren, ein „Gifttröpflein im Paradies“.

Wesen aus der Fabel

Doch auch die Schlösser und historischen Gebäude des Burgunds finden in den Arbeiten Hertensteins Niederschlag: Meist als Schwarz-Weiß-Zeichnung verbindet sich eine verwunschene Märchenwelt mit dem beliebten Bestiarium des Künstlers. „Fingerübungen“ nennt er diese Arbeiten in Schwarz-Weiß, „kammermusikalisch intime Partituren“ sind es, die er hier aufs Blatt bringt. Da gibt es Fabelwesen und amorphe Formen, Spielarten der Vegetation und Blicke in Landschaften. „Es sind Blätter zum In-die-Hand-Nehmen“, sagt der 78-Jährige.

Kleine Bestien in Pastell

Und tatsächlich entfalten diese auf Schwarz und Grautöne reduzierten Arbeiten beim genauen, nahen Betrachten einen besonderen Charme, offenbaren eine Detailfülle, die immer wieder auch zum Schmunzeln anregt. Pastellig zart schleicht sich sein Bestiarium in die Weihnachtsschau. Wie in einer Weichzeichnung in sanften Grau-, Blau- und wenigen Gelbtönen erobern die fantasievollen Wesen Hertensteins den Ausstellungsraum.

Doch auch große, kräftig farbige Gemälde sind zu sehen, die vor allem durch ihre feinen Farbverläufe bestechen und die auch von der hohen handwerklichen Meisterschaft des Druckers und Grafikers sprechen.